Willkommen bei den „Schotten“!

Dem Lebensort von Mönchen, die einen Ruf Gottes gehört haben, sich von ihm angesprochen wissen und bereit sind, Christus nachzufolgen. Ihre Ordensregel legt ihnen die Frage vor: „Wer ist der Mensch, der Lust hat am Leben, der Tage sich wünscht, um Gutes zu sehen?“ Ihre Antwort: „Ja, Herr, ich bin es, hier bin ich.“

Berichte Kultur

Führung für Internationale Handschriftenbearbeitertagung

Führung für Internationale Handschriftenbearbeitertagung

Am 25. März 2015 durften wir rund 80 Teilnehmer einer vom Institut für Mittelalterforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften organisierten Internationalen Handschriftenbearbeitertagung bei uns im Haus begrüßen. Im Rahmen von Führungen durch Kirche, Museum, Bibliothek und Archiv bot sich die Gelegenheit zum Austausch mit diesem interessierten Fachpublikum, sodass auch für die wissenschaftliche Forschung zu Beständen unseres eigenen Hauses wichtige Kontakte geknüpft und Impulse gesetzt werden konnten.

Mag. Maximilian Alexander Trofaier, MA

Einführung einer Archivdatenbank

Einführung einer Archivdatenbank

Seit Juli 2015 verfügt das Stiftsarchiv mit Archivis pro endlich über eine eigene Archivdatenbank. Vorausgegangen war eine Phase der Evaluierung verschiedener Produkte und Dienstleister, bis die Entscheidung schließlich zugunsten eines heimischen Anbieters fiel. Die Einführung der von der Joanneum Research in Graz entwickelten Datenbank, die unter anderem auch im Stiftsarchiv Admont und im Innsbrucker Provinzarchiv der Kapuziner im Einsatz ist, stellt einen weiteren wichtigen Schritt hin zu einer modernen Verzeichnung der Bestände dar.

Die eigentliche Anstrengung steht jedoch noch bevor, denn nun gilt es, die Datensätze entsprechend der neu entwickelten Tektonik des Archivs anzulegen bzw. einzuspeisen. Recherchemöglichkeiten für Benutzerinnen und Benutzer wird es vorerst übrigens nur lokal geben, doch die Erweiterung um ein Online-Angebot ist mittelfristig nicht auszuschließen.

Mag. Maximilian Alexander Trofaier, MA

„100.000 km-Service“ für unsere große Orgel

„100.000 km-Service“ für unsere große Orgel

Die große Orgel wird gründlich gereinigt, verbessert und neu gestimmt
Die große Orgel des Schottenstiftes wurde schon von zahlreichen Organisten/innen als ein besonders schönes und gutes Instrument gelobt. Sie wurde 1995 von der Schweizer Orgelbaufirma Mathis errichtet. Nach nun fast 20 jährigem Einsatz war vor allem eine gründliche Reinigung notwendig. Staub, Ruß, Temperaturschwankungen und andere Umwelteinflüsse würden sonst die Pfeifen schädigen und den Klang verändern. Daher sind nun 10 – 12 Wochen lang Mitarbeiter der Firma Mathis damit beschäftigt die große Orgel einem „100.000 km Service“ zu unterziehen. In einem ca. 6 Wochen dauernden Prozess wurde die gesamte Orgel zerlegt, die rund 2.500 Pfeifen sowie alle anderen Bestandteile gründlich gesäubert und wieder zusammengestellt.

Elektrische Koppelung erleichtert das gleichzeitige Spielen mehrerer Manuale
Dabei wurde auch eine elektrische Koppelung eingebaut, die den Organisten das Spielen – besonders sehr vielstimmiger Werke, wie z.B. aus der Romantik – erleichtert. Denn benötigte man bisher beim Bespielen mehrerer Manuale gleichzeitig sehr viel Druck beim Anschlagen der Tasten, wird das nun durch die elektrische Koppelung deutlich weniger kraftintensiv. Diese Neuerung kann nach Bedarf und Sinnhaftigkeit zugeschalten werden. Das manuelle Spielen ist also weiterhin genauso möglich, wie das durch die Elektrik unterstützte.

Gründliche Stimmung sowie Ausgleich der Lautstärke und Klangcharakter
Natürlich hat das Zerlegen und der Wiedereinbau eine Auswirkung auf die Stimmung und den Klang der Orgel. Daher wird nun in einem zweiten Schritt, der etwa 6-7 Wochen dauert, die gesamte Intonierung der Orgel ausgeglichen. Dabei wird nicht nur ein gründliche Stimmung vorgenommen, sondern auch die Lautstärke und der Klangcharakter ausgeglichen.
Spätestens kurz vor Ostern sollten alle Arbeiten fertig werden und unsere Orgel wird im neuen „Glanz“ wieder erklingen.

Benedikta Seidl Obl. OSB

Marienstatue renoviert und gesegnet

Marienstatue renoviert und gesegnet

Die Mariensäule im Garten des Schottenstifts wurde 1825 als Grenzsäule auf dem Glacis vor dem Neuen Burgtor errichtet. 1868 wurde sie auf ihren heutigen Standort übertragen. Die Säule ist ein bedeutendes Werk des Klassizismus.

Der Entwurf des Pfeilers stammt von Pietro Nobile, der Entwurf der Madonnenstatue von Johann Nepomuk Schaller. Das Material der Säule ist Gusseisen. Der Guss wurde im mährischen Blansko ausgeführt.

Die Farbigkeit entspricht seit der Restaurierung wieder jener der Entstehungszeit. Es ist die Frage, ob durch das Schwarz der Madonnenstatue nicht auf die Oberflächenwirkung einer dunkel patinierten Bronze angespielt wurde.

Die Säule musste für die Restaurierung vollständig abgebaut werden, da auch der Ziegelkern und das Fundament erneuert werden mussten.Unter diesem Link ist eine ausführliche Darstellung zur Geschichte der Säule und der Statue abzurufen.

P. Augustinus Zeman OSB

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Eine wiederaufgefundene Urkunde Kaiser Friedrichs II.

Eine wiederaufgefundene Urkunde Kaiser Friedrichs II.

Im Archiv des Schottenstiftes wurde Ende 2011 eine Originalurkunde Kaiser Friedrichs II. (1212–1250) gefunden. Es handelt sich dabei um ein Stück, das 1889 in Paris versteigert wurde und dessen Verbleib seitdem unbekannt war. Die Pergamenturkunde ist in einem guten Erhaltungszustand; sie weist lediglich einige geringfügige Feuchtigkeitsflecken auf, zudem ist die rechte obere Ecke ausgerissen. Die äußere Form der Urkunde ist recht schlicht und entspricht der einfachen Ausfertigung der staufischen Diplome.

Das wiedergefundene Stück wurde im November 1250 im apulischen Foggia ausgestellt und ist damit die jüngste bekannte im Original erhaltene Urkunde Friedrichs II., der am 13. Dezember 1250 im Alter von 55 Jahren in Castel Fiorentino, etwa 30 Kilometer von Foggia entfernt, an einer ruhrartigen Krankheit verstarb. Sie richtet sich an den Markgrafen Uberto Pallavicini; dieser wird ermächtigt, all jenen aus Piacenza und seinem eigenen Gebiet, die sich der kaiserlichen Gnade unterwerfen, Sicherheit und die Rücknahme aller Verurteilungen zu gewähren. Die Urkunde hat also rein gar nichts mit dem Schottenstift zu tun!

Uberto Pallavicini, dessen Familie ihre größten Besitzungen im Gebiet zwischen Cremona, Piacenza und Parma hatte, war ein bedeutender Heerführer und hatte verschiedene politische Funktionen inne. 1249 wurde er von Kaiser Friedrich II. mit dem Generalvikariat vom Fluss Lambro abwärts betraut, das die meisten Teile der östlichen Lombardei umfasste. Im August 1250 konnte er einen wichtigen militärischen Sieg über die Stadt Parma, die anti-kaiserlich eingestellt war (Guelfen), erringen.

In Piacenza – bisher ebenfalls eine guelfische Kommune – vollzog sich nach innerstädtischen Konflikten zwischen den regierenden Adelsfamilien auf der einen und den Kaufleuten und Handwerkern auf der anderen Seite ab dem Sommer 1250 eine Hinwendung zum kaiserlichen Lager (Ghibellinen). In dieser Situation stellte Kaiser Friedrich II. im November 1250 seine Urkunde für Uberto Pallavicini aus: es galt, die allenfalls unentschlossenen Piacentiner dauerhaft ins Boot zu holen. Zwar verstarb der Kaiser bereits kurz darauf, trotzdem gelang es Uberto im März 1251, ein Bündnis mit Piacenza zu initiieren.

Wie und wann die nun wiederaufgefundene Urkunde zu den Schotten gelangte, ist unklar und wird so bald auch nicht zu eruieren sein. Dass die Urkunde wohl auch schon in früheren Zeiten in ihrer Bedeutung etwas unterschätzt wurde, mag der neuzeitliche italienische Rückvermerk belegen: Als Aussteller wird ein Francesco imperatore (statt Frederico) genannt!

Die Urkunde wurde nun im Archivkatalog verzeichnet und in die chronologische Urkundenreihe des Schottenstiftes aufgenommen. Eine kurze Miszelle mit weiteren Informationen erscheint im zweiten Halbjahr 2012 in den Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung: Maximilian Alexander Trofaier, Eine wiederaufgefundene Urkunde Friedrichs II. für Uberto Pallavicini vom November 1250, in: MIÖG 120 (2012) (im Druck).

Mag. Maximilian Alexander Trofaier, MA

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Das Ostertuch in der Schottenkirche

Das Ostertuch in der Schottenkirche

Zum Jubiläumsjahr des Stiftes 2005 (850. Jahrestag der Stiftung) schufen die Künstler Cécile Nordegg und Jonathan Berkh die „Ostertücher“, acht bemalte Stoffbahnen, die seither während der Osterzeit die Nische mit dem Taufbecken hervorheben.

Durch die je neue Hängung ergeben sich verschiedene Ansichten und Aussagen, in diesem Jahr betonen die Tücher besonders das lebendige Wasser, das in das Taufbecken strömt und Symbol des Lebens ist, das uns geschenkt ist.

In diesem Beitrag sollen einerseits einige Photos die heurige Hängung dokumentieren (und dazu das Prozessionskreuz von Kurt Schlauss und die Osterkerze 2011 von Valerie Trofaier), andererseits erläutern die zwei folgenden Texte einige Aspekte des Kunstwerkes:

Gott,
deine Wunder leuchten noch in unseren Tagen.
Was einst dein mächtiger Arm an einem Volk getan hat,
das tust du jetzt an allen Völkern:
Einst hast du Israel
aus der Knechtschaft des Pharao befreit
und durch die Fluten des Roten Meeres geführt;
nun aber führst du alle Völker
durch das Wasser der Taufe zur Freiheit.
Gib, dass alle Menschen Kinder Abrahams werden
und zur Würde des auserwählten Volkes gelangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Oration nach der 3. Lesung der Osternacht (aus Ex 14)

„Das Repertoire der Symbolik, nicht nur in der Kirche und Liturgie, ist ungeheuer umfangreich; breit und tief.

Symbole stehen für etwas und trotzdem sind sie. Die Symbole in unserer Arbeit sind die Farben. Die Farben sind: gelb, erdfarben oder blau zum Beispiel, und sie stehen für etwas. Für den Anfang zum Beispiel, die Schöpfung, Abrahams Prüfung, für das ertragene Leiden der Israeliten in Ägypten; Sand, Durst, Hitze, Sonne; für die Strapazen des Exodus, für Jesu ertragene Leiden, für die Altlasten, die wir mir uns herumtragen.

Sie stehen für Wasser, Himmel, Trost, den Anfang des Neuen, Taufe, Befreiung, Erlösung; für das Neue, die Kraft, die Auferstehung, die Entscheidung, den Glauben.

Das Taufbecken hat acht Ecken, sieben für das Alte und eine für das Neue. Auch das Verhältnis ist ein Symbol. Wir haben dieses Symbol übernommen und acht Tücher gemalt. Mit vielen Farben für das Alte und vielen Farben für das Neue, für das man sich immer wieder neu entscheiden kann.“

Cécile Nordegg und Jonathan Berkh

Vitrine mit Marter des hl. Sebastian

Vitrine mit Marter des hl. Sebastian

Restaurierungsprojekt des Klosters

Das Schottenstift läßt regelmäßig Kunstwerke restaurieren. Eines dieser oft unbekannten Werke soll im Folgenden vorgestellt werden.

Die Vitrine mit der Silberstatuette des hl. Sebastian stammt aus dem Besitz der Sebastiani-Bruderschaft. Sebastian genoß als Schutzpatron gegen Pest und Seuchen große Verehrung. Im Schottenstift wurde 1471 durch Abt Matthias Fink eine Sebastiani-Bruderschaft gegründet. Bruderschaften waren Vereinigungen von Laien (Männern und Frauen), deren Ziel im gemeinsamen Gebet und in karitativen Werken bestand.

Nach einem Niedergang im 16. Jahrhundert gelangte die Sebastiani-Bruderschaft zur Zeit der Gegenreformation zu neuer Blüte. 1627 wurde sie von Papst Urban VIII. zur Erzbruderschaft erhoben, was bedeutete, dass sie sich andere Bruderschaften inkorporieren konnte. Die Zahl der Mitglieder betrug im Hochbarock an die eintausend, darunter die Kaiser Ferdinand III., Leopold I. und Karl VI. Höhepunkt des Bruderschaftslebens waren die Feiern am Sebastianitag (20. Jänner). Der Bruderschaftsaltar stand im südlichen Querschiff. Von ihm sind noch das barocke Altarbild von der Hand des Tobias Pock erhalten.

Letztes glanzvolles Ereignis der Bruderschaftsgeschichte war der Besuch des Papstes Pius VI. im Jahre 1782, bei dem der Pontifex seinen Namen manu propria in das Bruderschaftsbuch eingetragen hat. Ein Jahr später wurde die Sebastiani-Bruderschaft zusammen mit den anderen Bruderschaften der Monarchie im Zuge der josephinischen Reformen aufgehoben. Die Vitrine mit der Silberfigur des hl. Sebastian ist damals in das Eigentum der Abtei übergegangen.

In der Kombination von edlen Materialien und in der kostbaren Ausführung verkörpert der hl. Sebastian ein typisches Kunstkammerstück. Da auf den Silberteilen keine Stadt- oder Meisterpunzen vorhanden sind, ist man für die zeitliche Einordnung auf stilistische Kriterien angewiesen. Diese sprechen für eine Entstehung im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts.

Das Gehäuse ist aus vergoldeten Holzleisten und großteils originalen, mundgeblasenen Gläsern zusammengesetzt. Im Inneren wird in zierlich-barocker Manier die Marter des hl. Sebastian dargestellt. Auf einem aus Kristallen zusammengestellten Sockel steht ein „Baum“ aus roten Korallen und silbernem Geäst. Von Pfeilen getroffen, hängt Sebastian in den Stricken, die ihn an die Äste des Baumes binden. Über ihm schwebt ein Putto, der ihm Kranz und Palmzweig als Siegeszeichen bereithält.

Die Figur des Sebastian ist in vier Teilen (Oberkörper, Beine, Lendentuch) in Silber gegossen, Lendentuch und Pfeile sind feuervergoldet. Die Arbeit ist technisch und künstlerisch von außerordentlicher Qualität.

Die zu „Bergen“ arrangierten Mineralien waren seit dem 16. Jahrhundert für Kunstkammerstücke beliebt. In der Vorstellungswelt von Renaissance und Barock verkörperten sie das chthonisch-erdhafte Element. Korallen wurden erst im 18. Jahrhundert als Tiere erkannt, davor galten sie als pflanzliche Meeresgewächse. Antike Quellen bezeichnen sie als Lithodendra/ Steinbäume. Tatsächlich sind sie bei unserem Stück zu einem „steinernen Baum“ zusammengestellt! Zumal der roten Koralle wurden magische Kräfte zugeschrieben, was im Mythos vom im Meer versteinerten Blut der Gorgo Medusa Ausdruck gefunden hat. Die Medizin hat sich der roten Koralle seit der Antike als Heilmittel bedient. Für ein Bild des Pestpatrons Sebastian war die Koralle also ein geeignetes Material!

Nachdem der Zahn der Zeit unserem barocken Helden und seinem Korallenbaum schon arg zugesetzt hatte, wurde die Sebastiansvitrine Anfang des Jahres 2010 von Mag. Wolfgang Schwarzkogler (Fa. Objektrestaurierung) restauriert und im Museum im Schottenstift aufgestellt. Sie ist dort zu den Öffnungszeiten zu besichtigen.

Fr. Augustinus Zeman OSB

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Die „Totenmitra“ aus der Zeit um 1600

Die „Totenmitra“ aus der Zeit um 1600

Das älteste Stück der Paramentenkammer stammt aus der Zeit um 1600: eine Mitra aus schwarzem Samt mit reicher Stickerei und Steinbesatz. Die Farbe Schwarz fand in der Totenliturgie Verwendung (heute können fakultativ Weiß, Schwarz oder Violett verwendet werden). Schwarze Mitren sind äußerst selten, ja es ist die Frage, ob unsere Mitra nicht überhaupt ein Unikat darstellt.

Auf den sog. Hörnern (den beiden spitz zulaufenden Feldern der Mitra) ist je ein Medaillon mit dem Christus- bzw. Marienmonogramm dargestellt. Die Medaillons werden von Knochenmännern gehalten, in deren Augenhöhlen sich Schlangen winden. Oberhalb der Schädel Sanduhren als Zeichen der Vergänglichkeit. Besonders qualitätvoll ist die Ornamentik: Ihre Detailformen (die sich in Schlingen hinziehenden Linien an der Borte, die Rahmungen der Monogramme) zeigen Stilmerkmale aus dem Übergang von Renaissance und Barock; sie geben also einen wichtigen Datierungshinweis.

In der Kombination von schwarzem Samt und silberfarbenen Stickereien, in den Gerippen und den feierlich wirkenden Monogrammen vermittelt die Mitra einen Eindruck düsterer Pracht. In ihrer feingliedrigen Ornamentik ist sie gleichzeitig von berührender Fragilität. Ohne Zweifel darf sie zu den bedeutendsten liturgischen Insignien ihrer Zeit gezählt werden.

Wie viele historische Textilien befindet sich auch die schwarze Schotten-Mitra in einem prekären Erhaltungszustand, der eine Präsentation von länger als etwa vier Wochen ausschließt. Um die Substanz im status quo zu erhalten, wurde die Mitra Ende September von den Textilrestauratorinnen Marie Louise Aehrenthal und Sandra Schwab konserviert. Von 14.11. bis 19.12. ist sie im Museum des Schottenstifts ausgestellt. Dabei sollen auf das Objekt fokusierte Kurzführungen in seine Bedeutung einführen.

Fr. Augustinus Zeman OSB

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Eröffnungskonzert mit Jean Guillou

Eröffnungskonzert mit Jean Guillou

Das Nachtgebet der Mönchen im Schottenstift am Dienstag, den 24. April, hatte an diesem Abend eine besondere Fortsetzung gefunden: Das neue Internationale Orgelfestival Dialogues Mystiques wurde durch Jean Guillou (Paris) eröffnet. Schon während der Komplet schwebte in diesem besonderen Raum eine Übereinstimmung mit dem Publikum, das kein Publikum mehr war, sondern eine Gemeinschaft der Menschen, die mitfühlen. In diesem Sinne drangen die Worte der theologische Einführung des Klostervorstehers Pater Johannes Jung direkt in die Herzen der Menschen in der Erwartung der alles vereinigenden Musik.

Maestro Guillou hat mit seiner – für ihn so typischen – tiefen Emotionalität und überwältigenden Virtuosität die Schottenbasilika und die Zuhörer mit einer starken, intensiven Energie erfüllt. Die Momente der Stille und des Erklingens der Gregorianik (Schola quasi modo geniti unter der Leitung von Xaver Kainzbauer) als Dialog zwischen Musik und Wort vereinten die Botschaft dieses Konzertes: Hier spürte man, dass für über 200 Menschen an diesem Abend die Schottenkirche wieder einmal zu einem Ort geworden ist, wo jeder menschliche Gedanke, Kunst und Realität, das Göttliche sowie das Menschliche seinen Platz hat, und dass jedes Zwiegespräch zum Gebet werden kann, zum „Dialog zwischen Gott und Mensch“.

Unter den Zahlreichen Gästen war unter anderem auch der Organist des nächsten Konzertes, Peter Planyavsky, sowie der Erbauer der beiden Orgeln in der Schottenkirche, Hermann Mathis. Das Konzert wurde dankenswerter Weise von Radio Stephansdom aufgezeichnet und wird zweitversetzt gesendet.

Zuzana Ferjencíková

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Kontakt

Tel.: +43 1 534 98
Fax: +43 1 534 98 105
E-Mail: schotten@schottenstift.at

Adresse

Schottenstift
Benediktinerabtei
„Unserer Lieben Frau zu den Schotten“
Freyung 6, 1010 Wien

Schottenstift