Am 22. und 23. Oktober 2021 widmete sich eine internationale Tagung dem byzantinischen Christentum in Ungarn – in seiner orthodoxen und griechisch-katholischen Ausprägung. Veranstalter waren der Fachbereich für Theologie und Geschichte des Christlichen Ostens der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien (Prof. Dr. Dr. Thomas Mark Németh), eine an der Ungarischen Akademie der Wissenschaften eingerichtete Lendület-Forschungsgruppe (Leitung: Dr. Tamás Véghseő) und die Stiftung PRO ORIENTE.

Am Abend des 22. Oktober stand das Oberhaupt der ungarischen griechisch-katholischen Kirche, Metropolit Fülöp Kocsis von Hajdúdorog, der byzantinischen Pontifikalliturgie in der Schottenkirche vor. Es konzelebrierten der Miskolcer Bischof Atanáz Orosz und Priester verschiedener katholischer Ostkirchen. Die Predigt wurde von Kardinal Christoph Schönborn gehalten, der auch Ordinarius für die Gläubigen der katholischen Ostkirchen in Österreich ist. Der feierliche mehrstimmige Gesang in ungarischer und teilweise deutscher Sprache wurde vom gemischten Chor „Lautitia“ unter der Leitung von József Nemes (Debrecen) getragen.

Unter den seit dem 17. Jh. mit Rom unierten byzantinischen Gläubigen im Königreich Ungarn bildete sich im 18. Jh. eine ungarische Identität heraus. 1912 wurde das Bistum Hajdúdorog errichtet, 2015 erfolgte die Erhebung zu einer Metropolie mit den drei Bistümern Haldúdorog, Miskolc und Nyíregyháza. Die ungarische griechisch-katholische Kirche ist nach der römisch-katholischen, der reformierten und der lutherischen Kirche die viertgrößte Religionsgemeinschaft Ungarns und zählt etwa. 250.000-280.000 Gläubige.

Impressionen von der Veranstaltung finden Sie hier.
Ein weiterer Bericht sowie Fotos dazu sind hier verfügbar.