Willkommen bei den „Schotten“!

Dem Lebensort von Mönchen, die einen Ruf Gottes gehört haben, sich von ihm angesprochen wissen und bereit sind, Christus nachzufolgen. Ihre Ordensregel legt ihnen die Frage vor: „Wer ist der Mensch, der Lust hat am Leben, der Tage sich wünscht, um Gutes zu sehen?“ Ihre Antwort: „Ja, Herr, ich bin es, hier bin ich.“

Großes Standkreuz im Prälatensaal

Das Standkreuz im Prälatensaal ist eine beeindruckende Arbeit aus der Zeit um 1700. Der Sockel und das Kreuz sind in Boulletechnik ausgeführt. Diese Technik ist nach dem französischen Kunsttischler André Charles Boulle benannt. Unser Kreuz dürfte in Wien oder in einem anderen mitteleuropäischen Zentrum entstanden sein.

Der Sockel des Kreuzes ist mit Ebenholz, Zinn und Kupfer furniert. An den Kreuzesbalken wurde statt des Ebenholzes Birnenholz verwendet. In der Boulle-Technik werden unterschiedliche Furniere (in unserem Fall ein Holzfurnier und zwei Metallfurniere) aufeinander gelegt. Aus diesem „Sandwich“ werden die Ornamente mit einer Laubsäge ausgesägt. Danach werden die Furniere wieder auseinandergenommen und unterschiedlich kombiniert. Also zum Beispiel für den neutralen Fond Furnier A, für die Ornamente Furniere B und C.

Die Christusfigur ist ein kapitales Stück Elfenbeinschnitzerei. Das Corpus ist mit 85 cm für ein Elfenbein auffallend groß. Die Formensprache ist ebenso expressiv wie summarisch – beides Qualitäten, die dafür sprechen, dass das Werk für eine Betrachtung aus größerer Distanz bestimmt war.

Um 1700 entstanden, ist das Kreuz um einiges älter als der Saal, in dem es aufgestellt ist. Der Architekt des Saales – Joseph Kornhäusel – hat die Dimension der Nischen auf dieses Kreuz hin konzipiert. Das Kreuz stand allerdings ursprünglich nicht in dieser Nische, sondern in der Nische gegenüber, die heute durch das ehemalige Hochaltarbild von Joachim von Sandrart verdeckt ist. In der Nische, in der heute das Kreuz steht, stand ursprünglich eine Kaiserbüste.

Die ursprüngliche Situation ist durch Fotos aus der Zeit um 1913 dokumentiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg verschwanden die Ausstattungsstücke beider Nischen. Die Kaiserbüste ist heute leider nicht mehr nachweisbar. Das Kreuz kam für Jahrzehnte in ein Depot. Im Jahr 2016 wurde es restauriert. Die Arbeiten lagen in den Händen von Richard Addison (Holz) und Ulrike Rossmeissl (Metall und Elfenbein).

Das Kreuz ist im Rahmen der Stiftsführungen zu besichtigen: jeden Samstag, 14:30 (außer an Feiertagen); Treffpunkt im Klosterladen

 

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