Willkommen bei den „Schotten“!

Dem Lebensort von Mönchen, die einen Ruf Gottes gehört haben, sich von ihm angesprochen wissen und bereit sind, Christus nachzufolgen. Ihre Ordensregel legt ihnen die Frage vor: „Wer ist der Mensch, der Lust hat am Leben, der Tage sich wünscht, um Gutes zu sehen?“ Ihre Antwort: „Ja, Herr, ich bin es, hier bin ich.“

Das Archiv des Schottenstiftes

Das Archiv ist das historische Gedächtnis des Hauses und dient zugleich der Rechtssicherheit und der Verwaltung des Klosters. Neben dem eigentlichen Stiftsarchiv zählen zu diesem Bereich auch das Musikarchiv sowie die Handschriften- und Inkunabelsammlung. Im Stiftsarchiv befinden sich Urkunden, Akten und Nachlässe zu den unterschiedlichsten Aspekten des Klosters und seiner Bewohner. Das Musikarchiv beheimatet handgeschriebene kirchenmusikalische Kompositionen und gedruckte Noten, die Handschriften- und Inkunabelsammlung umfasst mehr als 700 Codices und 400 Inkunabeln.

Die Archiv-Abteilungen

Stiftsarchiv

Im Stiftsarchiv lagern angefangen von der ältesten Stiftungsurkunde (1161) bis hin zu aktuellen Dokumenten wichtige Quellen zur Stiftsgeschichte. Da das Kloster eng mit der Stadt- und Regionalgeschichte verwoben ist, hat das Archiv auch für diese Bereiche eine hohe Bedeutung. Folgendes umfassen die Bestände (unter anderem):

  • die chronologische Urkundenreihe mit ca. 900 Siegelurkunden
  • Personalakten und Nachlässe der Äbte und Konventualen (inklusive Korrespondenz)
  • Akten über 19 inkorporierte Pfarren: Schottenpfarre (Wien/Innere Stadt), Breitenlee (Wien/Donaustadt), Eggendorf im Thale, Enzersdorf im Thale, Enzersfeld, Gaweinstal, Höbersbrunn, Kleinengersdorf, Schottenfeld (Wien/Neubau), Stammersdorf (Wien/Floridsdorf), St. Ulrich (Wien/Neubau), sowie die ehemaligen Stiftspfarren Gumpendorf (Wien/Mariahilf), Laab im Walde, Martinsdorf, Platt, Pulkau, Waitzendorf, Watzelsdorf und Zellerndorf
  • Akten über die Gebäude und alten Besitzungen des Stiftes, über Messenstiftungen und Bruderschaften
  • Akten über die dem Stift 1702 bis 1881 inkorporierte ungarische Abtei Telki
  • Zusätzlich befinden sich hier auch Urkunden und Akten des aufgehobenen Benediktinerklosters Montserrat in Wien (Schwarzspanier, 1637–1783).

Wirtschaftsarchiv

Das Wirtschaftsarchiv (16. bis 21. Jahrhundert) enthält Rechnungen des Kammer-, Hofmeister-, Keller- und Küchenamtes sowie des Priorates. Darüber hinaus sind hier Wirtschaftsrechnungen und -akten der inkorporierten Pfarren, der ehemaligen Stiftsherrschaften und der Besitzungen des Stiftes (u.a. Breitenlee, Maria Enzersdorf, Ottakring, Penzing) zu finden sowie Steuerbücher und Fassionen, Zehent- und Robot-Akten und Akten des stiftlichen Hofgerichts. Aufgrund von Ordnungsarbeiten ist das Wirtschaftsarchiv jedoch derzeit nicht benutzbar.

Musikarchiv

Im Musikarchiv befinden sich mehr als 2.500 handgeschriebene kirchenmusikalische Kompositionen (seit Beginn des 18. Jahrhunderts) und mehr als 600 gedruckte Noten. Die Musikalien stammen zum Teil von ehemaligen Stiftsorganisten und -kapellmeistern (u.a. Autographe von Joseph Eybler und Ignaz Aßmayer) sowie aus den Pfarren St. Ulrich, Stammersdorf, Gaweinstal und Pulkau.

Handschriften- und Inkunabelsammlung

Die Handschriften- und Inkunabelsammlung ist eigentlich ein Bestand der Bibliothek, der jedoch vom Archiv betreut wird. Insgesamt umfasst sie heute rund 740 Codices, von denen rund 400 mittelalterlich sind (v.a. 15. Jahrhundert), sowie rund 442 Inkunabeln in rund 380 Einzelbänden. Der Schwerpunkt liegt auf theologischen und juristischen Werken. Teil der Handschriftensammlung ist auch die Fragmentensammlung, in der sich mittelalterliche lateinische, deutsche, hebräische und liturgische Fragmente finden.

Nicht im Archiv des Schottenstiftes zu finden

sind die Schülerkataloge des Schottengymnasiums, sie befinden sich im dortigen Schularchiv. Die Tauf-, Trauungs- und Sterbematriken der inkorporierten Pfarren werden in den jeweiligen Pfarrarchiven verwahrt. Digitalisate sind über Matricula-online.eu einsehbar.

Information

Benutzung

Grundsätzlich kann das Archiv für wissenschaftliche Zwecke nach vorheriger schriftlicher Terminvereinbarung benützt werden. Eine Ausleihe einzelner Bestände ist nicht möglich.

Downloads (PDF)
Archiv- und Benutzungsordnung
Benutzungsantrag & Reproduktionsansuchen
Reproduktionsmerkblatt

Kontakt

Stiftsarchivar Mag. Maximilian Alexander Trofaier, MA

E-Mail: archiv@schottenstift.at

Archivbeschreibung nach ISDIAH

Aktuelles

Einen Einblick in die Ordnung, Bestände und den Alltag des Archivs gibt es hier: www.facebook.com/archiv.schottenstift und auf dem Blog des Archivs schotten.hypotheses.org.

Highlights aus dem Archiv

Stiftbrief Heinrichs II. Jasomirgott

Einige Jahre nach der Gründung des Schottenstiftes im Jahr 1155 erneuerte Herzog Heinrich II. Jasomirgott seine Stiftung mit einer vom 22. April 1161 datierten Urkunde. Darin erklärt er unter anderem, dass er „allein Schotten auserwählt“ habe („solos elegimus Scottos“), in seinem Kloster für ihn zu beten. Die letzten iroschottischen Mönche verließen Wien im Jahr 1418, doch auch heute noch gedenkt das Schottenstift seines Stifters an dessen Todestag, dem 13. Jänner. Mehr zum Stiftbrief in unserem Blog.

Inventar mit Archivbeschreibung

Dieses Stiftsinventar wurde im Jahr 1583 nach dem Tod des Abtes Johann Schretel angelegt. Es enthält die älteste Beschreibung des Archivraums des Schottenstiftes, „in dem gwölb darin die urkhundten unnd grundtbüecher ligen“. Wie damals durchaus üblich, wurden die meisten Archivalien in Schubladen aufbewahrt – ein Ordnungssystem, das sich im Schottenstift bis heute erhalten hat.

Missa Sancti Carolomanni

Der junge Schottenmönch Pater Karlmann Pachschmidt (1700–1734) komponierte diese Messe zu Ehren seines Namenspatrons um 1725. Zahlreiche seiner Kompositionen haben sich im Musikarchiv des Stifts erhalten, einige davon auch autograph.

Lebensbeschreibung des heiligen Benedikt

Diese Handschrift entstand 1444 für das Benediktinerstift Seitenstetten und enthält einen Bilderzyklus zum Leben des heiligen Benedikt mit hundert Miniaturen. Das Bildprogramm orientiert sich zum Teil am sogenannten Bis-bini-Zyklus aus dem 13. Jahrhundert. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Handschrift für das Schottenstift angekauft.

Reimoffizium zu Ehren des heiligen Patrick

Bei diesem Reimoffizium zu Ehren des irischen Nationalheiligen Patrick handelt es sich um ein Fragment eines Antiphonars aus dem 12. Jahrhundert, das von den Mönchen des Schottenklosters in Wien benutzt wurde. Die Notation weist iroschottische Eigenheiten auf: Die Notenzeichen (Neumen) befinden sich bereits auf vier roten Linien, was bei den Benediktinern im deutschsprachigen Raum damals noch unüblich war.

Literatur & Hilfsmittel:

Gesamtbibliographie zum Wiener Schottenstift

Gesamtbibliographie zum Wiener Schottenstift (Download PDF)

Stiftsarchiv

Ernest Hauswirth: Abriß einer Geschichte der Benedictiner-Abtei U.L.F. zu den Schotten in Wien (Wien 1858).
Cölestin Roman Rapf: Das Schottenstift (Wiener Geschichtsbücher 13, Wien/Hamburg 1974).
Cölestin Roman Rapf, Heinrich Ferenczy: Wien, Schotten. In: Die Benediktinischen Mönchs- und Nonnenklöster in Österreich und Südtirol, bearb. von Ulrich Faust/Waltraud Krassnig (Germania Benedictina III/3, St. Ottilien 2002) 779–817.
Walther Latzke: Das Archiv der Benediktinerabtei unserer lieben Frau zu den Schotten in Wien. In: Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 28 (1975) 291–318.

Die Urkunden des Schottenstifts sind auf Monasterium.net einsehbar (siehe dazu folgende Bemerkungen)

Musikarchiv

Martin Czernin: Die Musiksammlung der Benediktinerabtei Unsere Liebe Frau zu den Schotten in Wien. In: Ordensnachrichten 50/4 (2011) 79–90.
Ein Verzeichnis der Musikalien des Schottenstifts findet sich im Répertoire international des sources musicales (RISM)  unter dem Bibliothekssigel A-Ws (nicht vollständig).

Handschriften- und Inkunabelsammlung

Albert Hübl: Catalogus codicum manu scriptorum qui in Bibliotheca Monasterii B.M.V. ad Scotos Vindobonae servantur (Wien/Leipzig 1899).
Albert Hübl: Die Inkunabeln der Bibliothek des Stiftes Schotten in Wien (Wien/Leipzig 1904).
Bei der Benutzung dieser gedruckten Kataloge ist darauf zu achten, dass die Handschriften heute andere Signaturen haben. Es ist immer zunächst die neue Signatur und dann in Klammern die Hübl-Signatur anzugeben.
Die Handschriften des Schottenstifts sind auf Manuscripta.at verzeichnet (siehe dazu folgende Bemerkungen), die deutschsprachigen Handschriften darüber hinaus im Handschriftencensus.
Die Inkunabeln des Schottenstifts sind im Inkunabelzensus Österreich aufgelistet.

Kontakt

Tel.: +43 1 534 98
Fax: +43 1 534 98 105
E-Mail: schotten@schottenstift.at

Adresse

Schottenstift
Benediktinerabtei
„Unserer Lieben Frau zu den Schotten“
Freyung 6, 1010 Wien

Schottenstift