Willkommen bei den „Schotten“!

Dem Lebensort von Mönchen, die einen Ruf Gottes gehört haben, sich von ihm angesprochen wissen und bereit sind, Christus nachzufolgen. Ihre Ordensregel legt ihnen die Frage vor: „Wer ist der Mensch, der Lust hat am Leben, der Tage sich wünscht, um Gutes zu sehen?“ Ihre Antwort: „Ja, Herr, ich bin es, hier bin ich.“

Strangers to Citizens – Auswanderer werden Mitbürger

Die Iren auf dem europäischen Festland 1600–1800

Museum im Schottenstift, 20. Februar 2019 bis 8. Juni 2019

Auf Vermittlung der Botschaft von Irland macht die Wanderausstellung „Strangers to Citizens“ im Schottenstift Station. Sie erzählt die Geschichte irischer Migranten, die in der Frühen Neuzeit ihre Heimat verließen, um in den Ländern Europas neue Heimaten zu finden.

Seit jeher hatte es zwischen Irland und dem europäischen Festland Bewegungen von Menschen, Ideen und Gütern gegeben. Tiefgreifende soziale, religiöse und ökonomische Umbrüche verstärkten nach 1600 diesen Austausch und trieben neue Wellen irischer Migranten nach Kontinentaleuropa. Auf kleinen Schiffen kämpften enteignete Aristokraten und arbeitslose Militärangehörige mit umherziehenden Akademikern, vertriebenen Geistlichen und mittellosen Armen um einen Platz für die Überfahrt. Mit wenig mehr als ihrem Verstand im Gepäck sahen diese politischen, religiösen und wirtschaftlichen Flüchtlinge, die einander oft auch gegenseitig mit Zwietracht begegneten, einer ungewissen Zukunft im Ausland entgegen.

Nicht alle von ihnen wurden freundlich aufgenommen – besonders den armen Migranten war ein kühler Empfang sicher. Im Laufe der Zeit gelang es diesen „Außenseitern“ jedoch, einen „Insider“-Status zu erlangen. Die irischen Einwanderer bildeten Gemeinschaften und integrierten sich schließlich in die Gesellschaften ihrer jeweiligen Gastländer. An ihrem Beispiel wird auch heute noch deutlich, dass Migration in keiner Weise eine vorübergehende Ausnahmeerscheinung ist, sondern ein beständiger Teil des menschlichen Wesens.

Die Ausstellung „Strangers to Citizens“ wurde ursprünglich 2007 unter der Schirmherrschaft des an der Maynooth University beheimateten „The Irish in Europe Project“ und der National Library of Ireland in Dublin konzipiert. Die mobile Version wurde anlässlich der EU-Ratspräsidentschaft Irlands im Jahr 2013 vom Department of Foreign Affairs and Trade entwickelt und finanziert; seitdem ist sie als Plakatausstellung unterwegs durch Europa.

Wenngleich das Schottenstift im von der Ausstellung behandelten Zeitraum keine Beziehungen zu irischen Einwanderern hatte, so fiel die Entscheidung für das Kloster als Ausstellungsort doch aufgrund der irischen Vergangenheit der Abtei: In den ersten Jahrhunderten seines Bestehens gehörte das Schottenstift zum Verband der sogenannten „Schottenklöster“ und wurde daher von seiner Gründung 1155 bis zum Jahr 1418 ausschließlich von irischen Benediktinermönchen bewohnt. Auch heute noch pflegt das Kloster gute Beziehungen zur irischen Gemeinde in Wien und ist etwa auch in die jährlichen Feierlichkeiten zum St. Patrick’s Day eingebunden.

Zur Eröffnung der Ausstellung am 19. Februar 2019, 19.00 Uhr, hält die Historikerin Dr. Dagmar Ó Riain-Raedel (Cork) einen Vortrag im Prälatensaal des Schottenstifts.

 

Kontakt

Tel.: +43 1 534 98
Fax: +43 1 534 98 105
E-Mail: schotten@schottenstift.at

Adresse

Schottenstift
Benediktinerabtei
„Unserer Lieben Frau zu den Schotten“
Freyung 6, 1010 Wien

Schottenstift