Willkommen bei den „Schotten“!

Dem Lebensort von Mönchen, die einen Ruf Gottes gehört haben, sich von ihm angesprochen wissen und bereit sind, Christus nachzufolgen. Ihre Ordensregel legt ihnen die Frage vor: „Wer ist der Mensch, der Lust hat am Leben, der Tage sich wünscht, um Gutes zu sehen?“ Ihre Antwort: „Ja, Herr, ich bin es, hier bin ich.“

Gold-silberne Kasel des Schottenstiftes

Die Kasel kann der Stickerin Maria Susanna Lindtner zugeschrieben werden. Lindtner war keine Amateurin (wie es viele gab), sondern eine professionelle Stickerin. Für Lindtner dokumentarisch gesichert ist ein Ornat im Benediktinerstift Seitenstetten, bei dessen Entstehung der damalige Prior des Schottenstiftes eine vermittelnde Rolle gespielt hat.

Der Seitenstettener Ornat ist teilweise mustergleich mit unserer Kasel. Er ist zudem in derselben Technik ausgeführt und verwendet die gleiche Kombination von Silber- und Goldfäden. Es besteht also kaum ein Zweifel, dass der Ornat von Seitenstetten und unsere Kasel von derselben Hand stammen.

Zur Kasel des Schottenstiftes gehören auch eine Stola und ein Manipel sowie die Kelchparamente Velum und Bursa. Laut alten Inventaren hat es auch eine Palla gegeben, die aber nicht erhalten ist.

Material und Technik

Alle bekannten Werke von Maria Susanna Lindtner sind auf aufwendigste Weise hergestellt. Sie sind an den Sichtflächen vollständig bestickt – haben also äußerlich keine gewebten Teile. Für die Stickereien wurden teurer Silber- und Goldlahn verwendet.

Lindtner machte ausführlichen Gebrauch von der sogenannten Sprengtechnik, bei der Leder- und Kartonunterlagen deckend überstickt wurden. Durch die Unterlagen entstand ein Relief, das für die Wirkung der Stickereien von großer Bedeutung ist.

Lindtner setzte noch eine Reihe anderer Stichtechniken ein, um größtmögliche Differenzierung zu erreichen. Bei heller Beleuchtung wirkt die Kasel wie ein flimmerndes Gebilde aus Licht und Glanz.

Am unteren Rand des Rückenteils ist ein Doppelwappen angebracht. Links vom Betrachter ist das Wappen des Schottenstiftes, rechts jenes des Abtes Johann Schmitzberger.

Schmitzberger amtierte von 1669 bis 1683 – also ein Menschenalter vor der Entstehung der Kasel. Derzeit lässt sich nicht beantworten, weshalb man sein Wappen auf der Kasel angebracht hat. Sicher scheint, dass die beiden Wappenschilde in einem Zug mit den Stickereien der Kasel entstanden sind.

Restaurierung

Die Kasel und ihr Zubehör wurden von April bis September 2015 von Frau Macho-Biegler restauriert. Anlass der Restaurierung war ein ästhetisch schwer erträglicher Futterstoff. Der Stoff stammte aus dem 20. Jahrhundert, bestand aus Viskose und war rosa wie die Packung von Mannerschnitten. Er wurde durch einen Seidenstoff ersetzt.

 

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