Willkommen bei den „Schotten“!

Dem Lebensort von Mönchen, die einen Ruf Gottes gehört haben, sich von ihm angesprochen wissen und bereit sind, Christus nachzufolgen. Ihre Ordensregel legt ihnen die Frage vor: „Wer ist der Mensch, der Lust hat am Leben, der Tage sich wünscht, um Gutes zu sehen?“ Ihre Antwort: „Ja, Herr, ich bin es, hier bin ich.“

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Restaurierung des Grabdenkmals des Grafen Ernst Rüdiger von Starhemberg

Ernst Rüdiger von Starhemberg, der Verteidiger Wiens in der Zweiten Türkenbelagerung, starb am 4. Juni 1701. Der Tote wurde in der Krypta der Schottenkirche in einem bronzenen Sarg beigesetzt. In der Kirche selbst errichtete ihm seine Witwe Maria Josepha ein Grabdenkmal, das zu den schönsten barocken Grabdenkmälern Wiens gezählt wird.

Der Entwurf des Denkmals stammt wahrscheinlich von Joseph Emmanuel Fischer von Erlach. Die Hauptfigur stellt Vindobona/Wien in Person dar. Wien ist gerüstet. Ihr Schild zeigt das Reliefporträt des verstorbenen Grafen. Schild und Graf werden gleichgesetzt: Der Graf ist der Schild Wiens, ihr Beschützer und Verteidiger. Ein Beispiel barocker Metaphorik!

In der linken Hand hält Wien ein Tränentuch; ihr Kopf ist zur Seite gewandt. Die Stadt ist also trauernd dargestellt. Dies wird durch die Inschrift am roten Sockelstein verdeutlicht. Dort spricht Wien zum Betrachter: „Den ich beklage, den beweine auch Du, dankbarer Bürger.“ Inschrift und Darstellung gehen also Hand in Hand.

Wien ist mit der Spitze des Stephansturmes gekrönt. Fama, der Genius des Ruhms, bekränzt sie mit dem Lorbeer. Links der Hauptfigur sind Putten dargestellt. Einer hält das Wappen des Verstorbenen, ein anderer dessen Goldenes Vlies. Ein dritter schlägt rücklings stürzend die Trommel. – Auf der rechten Seite Vindobonas sitzt ein gefangener Türke. Im Unterschied zur Stadt und zu den Engeln, die in einem weißen Alabaster ausgeführt sind, ist er aus prachtvollem Adneter Marmor gehauen.

Anlass der Restaurierung war der Fund von verloren geglaubten Teilen, die zu einem unbekannten Zeitpunkt vom Denkmal entfernt worden waren. Es handelte sich um metallene Teile der Waffen und Trophäen. Anlässlich der Restaurierung  wurden auch Ergänzungen vorgenommen, wobei sich die Entscheidung für eine Rekonstruktion nach der Frage richtete, ob ein fehlender Teil für die Aussage des Denkmals wichtig ist. So wurde die Spitze des Stephansturmes mitsamt dem bekrönenden Adler ergänzt. Ergänzungen sind auch Famas Posaune und Lorbeerkranz sowie das Vlies in der Hand des einen Puttos.

Die Restaurierung war zustandsbedingt sehr aufwändig. Dass sie in dieser Form durchgeführt werden konnte, ist der Unterstützung durch Sponsoren zu verdanken. Die Mönche des Schottenstifts und die zahlreichen Menschen, die der Kirche auf der Freyung verbunden sind, sagen dafür ihren aufrichtigen Dank! (Die Tabula benefactorum finden Sie hier.)

Der Festakt am 13. Oktober 2016 erfreute sich eines guten Besuches. Ehrengäste waren Brigadier Mag. Kurt Wagner (der Amtsnachfolger des Grafen Starhemberg als Stadtkommandant von Wien) sowie der Chef des Hauses Starhemberg, Fürst Georg Adam. Beide hielten Redebeiträge. Für die Gruppe der Sponsoren sprach Dr. Udo Birkner, der das Fundraising mit Elan betrieben hat.

Das Starhembergdenkmal in der Kirche sowie der Sarg des Grafen in der Krypta sind bei der wöchentlichen Stiftsführung zu besichtigen: jeden Samstag (außer an Feiertagen), 14:30; Treffpunkt im Klosterladen.

P. Augustinus Zeman

 

 

 

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