Willkommen bei den „Schotten“!

Dem Lebensort von Mönchen, die einen Ruf Gottes gehört haben, sich von ihm angesprochen wissen und bereit sind, Christus nachzufolgen. Ihre Ordensregel legt ihnen die Frage vor: „Wer ist der Mensch, der Lust hat am Leben, der Tage sich wünscht, um Gutes zu sehen?“ Ihre Antwort: „Ja, Herr, ich bin es, hier bin ich.“

butto

Berichte Kultur

Zeitgenössische Kunst in der Krypta: Das Memorial for the people of the cross

Zeitgenössische Kunst in der Krypta:
Das Memorial for the people of the cross

Am 11. November 2016 wurde in der Krypta der Schottenkirche ein neues Ausstattungsstück dem Publikum übergeben: das Memorial for the people of the cross des zeitgenössischen Künstlers Oswald Putzer. Das Memorial erinnert an 21 koptische Christen, die Anfang des Jahres 2015 von islamistischen Terroristen hingerichtet wurden. Weitere Informationen finden Sie hier.

Gedenktafel für Theodora Komnene, Herzogin von Österreich

Gedenktafel für Theodora Komnene, Herzogin von Österreich

Am 30. September 2016 wurde in der Krypta der Schottenkirche eine Gedenktafel für Theodora Komnene eingeweiht und einem zahlreich erschienenen Publikum vorgestellt. Theodora entstammte dem byzantinischen Kaiserhaus. Als Frau unseres Stifters Heinrich II. war sie die erste Herzogin von Österreich. Lesen Sie hier weiter…

Leihgaben für Jubiläumsausstellung der Universität Wien

Leihgaben für Jubiläumsausstellung der Universität Wien

Bei der Ausstellung „Wien 1365. Eine Universität entsteht“, die anlässlich des 650-Jahr-Jubiläums der Universität Wien im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek stattfand, war auch das Schottenstift mit mehreren Leihgaben vertreten. Wir freuen uns natürlich, dass ausgerechnet eine unserer Handschriften, die noch ihre originale (und ansonsten sehr selten erhaltene) Kettenbefestigung aufweist, in der Medienberichterstattung eine besondere Aufmerksamkeit erhielt!

Mehr hierzu gibt es im Blog des Stiftsarchivs.

Mag. Maximilian Alexander Trofaier, MA

Führung für Internationale Handschriftenbearbeitertagung

Führung für Internationale Handschriftenbearbeitertagung

Am 25. März 2015 durften wir rund 80 Teilnehmer einer vom Institut für Mittelalterforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften organisierten Internationalen Handschriftenbearbeitertagung bei uns im Haus begrüßen. Im Rahmen von Führungen durch Kirche, Museum, Bibliothek und Archiv bot sich die Gelegenheit zum Austausch mit diesem interessierten Fachpublikum, sodass auch für die wissenschaftliche Forschung zu Beständen unseres eigenen Hauses wichtige Kontakte geknüpft und Impulse gesetzt werden konnten.

Mag. Maximilian Alexander Trofaier, MA

Einführung einer Archivdatenbank

Einführung einer Archivdatenbank

Seit Juli 2015 verfügt das Stiftsarchiv mit Archivis pro endlich über eine eigene Archivdatenbank. Vorausgegangen war eine Phase der Evaluierung verschiedener Produkte und Dienstleister, bis die Entscheidung schließlich zugunsten eines heimischen Anbieters fiel. Die Einführung der von der Joanneum Research in Graz entwickelten Datenbank, die unter anderem auch im Stiftsarchiv Admont und im Innsbrucker Provinzarchiv der Kapuziner im Einsatz ist, stellt einen weiteren wichtigen Schritt hin zu einer modernen Verzeichnung der Bestände dar.

Die eigentliche Anstrengung steht jedoch noch bevor, denn nun gilt es, die Datensätze entsprechend der neu entwickelten Tektonik des Archivs anzulegen bzw. einzuspeisen. Recherchemöglichkeiten für Benutzerinnen und Benutzer wird es vorerst übrigens nur lokal geben, doch die Erweiterung um ein Online-Angebot ist mittelfristig nicht auszuschließen.

Mag. Maximilian Alexander Trofaier, MA

„100.000 km-Service“ für unsere große Orgel

„100.000 km-Service“ für unsere große Orgel

Die große Orgel wird gründlich gereinigt, verbessert und neu gestimmt
Die große Orgel des Schottenstiftes wurde schon von zahlreichen Organisten/innen als ein besonders schönes und gutes Instrument gelobt. Sie wurde 1995 von der Schweizer Orgelbaufirma Mathis errichtet. Nach nun fast 20 jährigem Einsatz war vor allem eine gründliche Reinigung notwendig. Staub, Ruß, Temperaturschwankungen und andere Umwelteinflüsse würden sonst die Pfeifen schädigen und den Klang verändern. Daher sind nun 10 – 12 Wochen lang Mitarbeiter der Firma Mathis damit beschäftigt die große Orgel einem „100.000 km Service“ zu unterziehen. In einem ca. 6 Wochen dauernden Prozess wurde die gesamte Orgel zerlegt, die rund 2.500 Pfeifen sowie alle anderen Bestandteile gründlich gesäubert und wieder zusammengestellt.

Elektrische Koppelung erleichtert das gleichzeitige Spielen mehrerer Manuale
Dabei wurde auch eine elektrische Koppelung eingebaut, die den Organisten das Spielen – besonders sehr vielstimmiger Werke, wie z.B. aus der Romantik – erleichtert. Denn benötigte man bisher beim Bespielen mehrerer Manuale gleichzeitig sehr viel Druck beim Anschlagen der Tasten, wird das nun durch die elektrische Koppelung deutlich weniger kraftintensiv. Diese Neuerung kann nach Bedarf und Sinnhaftigkeit zugeschalten werden. Das manuelle Spielen ist also weiterhin genauso möglich, wie das durch die Elektrik unterstützte.

Gründliche Stimmung sowie Ausgleich der Lautstärke und Klangcharakter
Natürlich hat das Zerlegen und der Wiedereinbau eine Auswirkung auf die Stimmung und den Klang der Orgel. Daher wird nun in einem zweiten Schritt, der etwa 6-7 Wochen dauert, die gesamte Intonierung der Orgel ausgeglichen. Dabei wird nicht nur ein gründliche Stimmung vorgenommen, sondern auch die Lautstärke und der Klangcharakter ausgeglichen.
Spätestens kurz vor Ostern sollten alle Arbeiten fertig werden und unsere Orgel wird im neuen „Glanz“ wieder erklingen.

Benedikta Seidl Obl. OSB

Marienstatue renoviert und gesegnet

Marienstatue renoviert und gesegnet

Die Mariensäule im Garten des Schottenstifts wurde 1825 als Grenzsäule auf dem Glacis vor dem Neuen Burgtor errichtet. 1868 wurde sie auf ihren heutigen Standort übertragen. Die Säule ist ein bedeutendes Werk des Klassizismus.

Der Entwurf des Pfeilers stammt von Pietro Nobile, der Entwurf der Madonnenstatue von Johann Nepomuk Schaller. Das Material der Säule ist Gusseisen. Der Guss wurde im mährischen Blansko ausgeführt.

Die Farbigkeit entspricht seit der Restaurierung wieder jener der Entstehungszeit. Es ist die Frage, ob durch das Schwarz der Madonnenstatue nicht auf die Oberflächenwirkung einer dunkel patinierten Bronze angespielt wurde.

Die Säule musste für die Restaurierung vollständig abgebaut werden, da auch der Ziegelkern und das Fundament erneuert werden mussten.Unter diesem Link ist eine ausführliche Darstellung zur Geschichte der Säule und der Statue abzurufen.

P. Augustinus Zeman OSB

zum Bildbericht (externer Link) >>

Eine wiederaufgefundene Urkunde Kaiser Friedrichs II.

Eine wiederaufgefundene Urkunde Kaiser Friedrichs II.

Im Archiv des Schottenstiftes wurde Ende 2011 eine Originalurkunde Kaiser Friedrichs II. (1212–1250) gefunden. Es handelt sich dabei um ein Stück, das 1889 in Paris versteigert wurde und dessen Verbleib seitdem unbekannt war. Die Pergamenturkunde ist in einem guten Erhaltungszustand; sie weist lediglich einige geringfügige Feuchtigkeitsflecken auf, zudem ist die rechte obere Ecke ausgerissen. Die äußere Form der Urkunde ist recht schlicht und entspricht der einfachen Ausfertigung der staufischen Diplome.

Das wiedergefundene Stück wurde im November 1250 im apulischen Foggia ausgestellt und ist damit die jüngste bekannte im Original erhaltene Urkunde Friedrichs II., der am 13. Dezember 1250 im Alter von 55 Jahren in Castel Fiorentino, etwa 30 Kilometer von Foggia entfernt, an einer ruhrartigen Krankheit verstarb. Sie richtet sich an den Markgrafen Uberto Pallavicini; dieser wird ermächtigt, all jenen aus Piacenza und seinem eigenen Gebiet, die sich der kaiserlichen Gnade unterwerfen, Sicherheit und die Rücknahme aller Verurteilungen zu gewähren. Die Urkunde hat also rein gar nichts mit dem Schottenstift zu tun!

Uberto Pallavicini, dessen Familie ihre größten Besitzungen im Gebiet zwischen Cremona, Piacenza und Parma hatte, war ein bedeutender Heerführer und hatte verschiedene politische Funktionen inne. 1249 wurde er von Kaiser Friedrich II. mit dem Generalvikariat vom Fluss Lambro abwärts betraut, das die meisten Teile der östlichen Lombardei umfasste. Im August 1250 konnte er einen wichtigen militärischen Sieg über die Stadt Parma, die anti-kaiserlich eingestellt war (Guelfen), erringen.

In Piacenza – bisher ebenfalls eine guelfische Kommune – vollzog sich nach innerstädtischen Konflikten zwischen den regierenden Adelsfamilien auf der einen und den Kaufleuten und Handwerkern auf der anderen Seite ab dem Sommer 1250 eine Hinwendung zum kaiserlichen Lager (Ghibellinen). In dieser Situation stellte Kaiser Friedrich II. im November 1250 seine Urkunde für Uberto Pallavicini aus: es galt, die allenfalls unentschlossenen Piacentiner dauerhaft ins Boot zu holen. Zwar verstarb der Kaiser bereits kurz darauf, trotzdem gelang es Uberto im März 1251, ein Bündnis mit Piacenza zu initiieren.

Wie und wann die nun wiederaufgefundene Urkunde zu den Schotten gelangte, ist unklar und wird so bald auch nicht zu eruieren sein. Dass die Urkunde wohl auch schon in früheren Zeiten in ihrer Bedeutung etwas unterschätzt wurde, mag der neuzeitliche italienische Rückvermerk belegen: Als Aussteller wird ein Francesco imperatore (statt Frederico) genannt!

Die Urkunde wurde nun im Archivkatalog verzeichnet und in die chronologische Urkundenreihe des Schottenstiftes aufgenommen. Eine kurze Miszelle mit weiteren Informationen erscheint im zweiten Halbjahr 2012 in den Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung: Maximilian Alexander Trofaier, Eine wiederaufgefundene Urkunde Friedrichs II. für Uberto Pallavicini vom November 1250, in: MIÖG 120 (2012) (im Druck).

Mag. Maximilian Alexander Trofaier, MA

zur Bildergalerie >>

Das Ostertuch in der Schottenkirche

Das Ostertuch in der Schottenkirche

Zum Jubiläumsjahr des Stiftes 2005 (850. Jahrestag der Stiftung) schufen die Künstler Cécile Nordegg und Jonathan Berkh die „Ostertücher“, acht bemalte Stoffbahnen, die seither während der Osterzeit die Nische mit dem Taufbecken hervorheben.

Durch die je neue Hängung ergeben sich verschiedene Ansichten und Aussagen, in diesem Jahr betonen die Tücher besonders das lebendige Wasser, das in das Taufbecken strömt und Symbol des Lebens ist, das uns geschenkt ist.

In diesem Beitrag sollen einerseits einige Photos die heurige Hängung dokumentieren (und dazu das Prozessionskreuz von Kurt Schlauss und die Osterkerze 2011 von Valerie Trofaier), andererseits erläutern die zwei folgenden Texte einige Aspekte des Kunstwerkes:

Gott,
deine Wunder leuchten noch in unseren Tagen.
Was einst dein mächtiger Arm an einem Volk getan hat,
das tust du jetzt an allen Völkern:
Einst hast du Israel
aus der Knechtschaft des Pharao befreit
und durch die Fluten des Roten Meeres geführt;
nun aber führst du alle Völker
durch das Wasser der Taufe zur Freiheit.
Gib, dass alle Menschen Kinder Abrahams werden
und zur Würde des auserwählten Volkes gelangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Oration nach der 3. Lesung der Osternacht (aus Ex 14)

„Das Repertoire der Symbolik, nicht nur in der Kirche und Liturgie, ist ungeheuer umfangreich; breit und tief.

Symbole stehen für etwas und trotzdem sind sie. Die Symbole in unserer Arbeit sind die Farben. Die Farben sind: gelb, erdfarben oder blau zum Beispiel, und sie stehen für etwas. Für den Anfang zum Beispiel, die Schöpfung, Abrahams Prüfung, für das ertragene Leiden der Israeliten in Ägypten; Sand, Durst, Hitze, Sonne; für die Strapazen des Exodus, für Jesu ertragene Leiden, für die Altlasten, die wir mir uns herumtragen.

Sie stehen für Wasser, Himmel, Trost, den Anfang des Neuen, Taufe, Befreiung, Erlösung; für das Neue, die Kraft, die Auferstehung, die Entscheidung, den Glauben.

Das Taufbecken hat acht Ecken, sieben für das Alte und eine für das Neue. Auch das Verhältnis ist ein Symbol. Wir haben dieses Symbol übernommen und acht Tücher gemalt. Mit vielen Farben für das Alte und vielen Farben für das Neue, für das man sich immer wieder neu entscheiden kann.“

Cécile Nordegg und Jonathan Berkh

Kontakt

Tel.: +43 1 534 98
Fax: +43 1 534 98 105
E-Mail: schotten@schottenstift.at

Adresse

Schottenstift
Benediktinerabtei
„Unserer Lieben Frau zu den Schotten“
Freyung 6, 1010 Wien