Willkommen bei den „Schotten“!

Dem Lebensort von Mönchen, die einen Ruf Gottes gehört haben, sich von ihm angesprochen wissen und bereit sind, Christus nachzufolgen. Ihre Ordensregel legt ihnen die Frage vor: „Wer ist der Mensch, der Lust hat am Leben, der Tage sich wünscht, um Gutes zu sehen?“ Ihre Antwort: „Ja, Herr, ich bin es, hier bin ich.“

Das Schottenstift – Kloster im Herzen Wiens.

Im Jahr 1155 vom Babenbergerherzog Heinrich II. Jasomirgott gestiftet, feiert die Benediktinerabtei „Unserer Lieben Frau zu den Schotten“ am 8. Mai 2015 ihr bereits das 860-jährige Jubiläum ihres Bestandes. Auch außerhalb des monastischen Lebens werden von den Mönchen der Abtei zahlreiche Aufgaben übernommen. Dazu zählen die Leitung und der Unterricht am Schottengymnasium samt angeschlossenem Hort, die Begleitung des Schottenkindergartens, die Führung einer Wohngemeinschaft für Studierende wie auch eines Gästehauses und nicht zuletzt die pastorale Arbeit in der Schottenpfarre wie auch einigen anderen Pfarrgemeinden in Wien und Niederösterreich.

Unsere Hauptaufgabe aber ist die Liturgie und die geistliche Präsenz an der Schottenkirche im Zentrum der Stadt. Wir verstehen uns als Kloster im Herzen von Wien und sind durch unsere verschiedenen Aufgaben mit den Freuden und Hoffnungen, den Sorgen und Nöten unserer Stadt verbunden.

Herzlich willkommen im Schottenstift!

 

750 Jahre Schottenpfarre – der zweite Festgottesdienst

750 Jahre Schottenpfarre – der zweite Festgottesdienst

Im Jahr 2016 feiern wir das zweite Jubiläumsjahr des 750-jährigen Bestehens der Schottenpfarre: Die beiden entscheidenden Urkunden der Konstituierung der Schottenpfarre stammen aus den Jahren 1265 und 1269 – diesen Zeitraum von vier Jahren wollen wir 750 Jahre danach nutzen, um zu feiern. Vor allem aber auch, um unseren Auftrag als Pfarrgemeinde im Zentrum Wiens zu erkennen und zu stärken und um Gottes Segen zu bitten. Nach dem Motto des Vorjahres: „Caritas im Zentrum“ beginnt nun ein neues Jahr mit dem Thema „Gemeinschaft im Zentrum“.
Am 18. September feierten wir dazu einen Festgottesdienst. Die Bilder davon sehen Sie hier. die Predigt von Pfarrer P. Nikolaus können Sie hier nachlesen.

Geistlicher Impuls von Abt Johannes

Zwischen dem Fest des hl. Benedikt am 11. Juli und dem Patrozinium der Schottenkirche am Maria-Himmelfahrts-Tag (15. August) liegt unser „Generalurlaub“. Das bedeutet, dass die meisten Mönche nicht in Wien sind der überfälligen Erholung wegen; auch unsere Mitarbeiter im Haus sind gebeten, in diesen Wochen ihren Urlaub zu nehmen, sofern dies irgendwie möglich ist. So hat der Klosterladen im Sommer an Montagen geschlossen. Wenigstens ein Pater ist aber immer im Haus für die pastoralen Aufgaben und als „Hüter des Hauses“.

Was unternehmen die Mönche in dieser Zeit? Ich glaube, allen gemeinsam ist der Wunsch, sich außerhalb der Stadt zu erholen, vor allem der Hitze wegen, die in Wien droht und auch vor den dicken Klostermauern nicht Halt macht. Und dann besuchen manche ihre Familien oder Freunde, die man sonst nicht so oft sehen kann; manche machen „Kulturreisen“ in die nähere oder fernere Umgebung, gehen in die Berge oder verbringen Tage am Meer oder einem See; viele ziehen sich an „einsame Orte“ zurück und widmen sich dem Lesen oder Schreiben. Für die Seelsorger sind dies die Wochen der Jugendlager und ähnlicher Veranstaltungen, die zwar nicht nur Erholung bedeuten, aber immerhin einen wohltuenden „Tapetenwechsel“ mit sich bringen.

Der geistlichen Erneuerung dienen dann die Exerzitientage, die wir gemeinsam mit einem Begleiter halten. Fast eine ganze Woche kommen wir zusammen, mit den Erfahrungen der „freien“ Wochen zuvor, und rüsten uns für die Herausforderungen eines neuen Arbeitsjahres, das mit dem September beginnt.

Wir sind dankbar für diese Wochen und für die Menschen, die uns durch ihre Gastfreundschaft helfen, sie zu genießen. Wenn Mönche auf Reisen gehen, empfangen sie vorher vom Oberen den Segen. Mit diesem Segen, hier für Sie alle, mögen auch Sie erholsame Tage erleben dürfen:
„Herr, unser Gott,
 du bist das Ziel und die Erfüllung all unserer Wege.
Schütze unsere Brüder und Schwestern und bewahre sie vor allen Gefahren.
Führe sie an das Ziel ihrer Reise, lass sie mit uns verbunden bleiben und gewähre ihnen eine glückliche Heimkehr.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Amen.“

Abt Johannes Jung OSB

 

Geistlicher Impuls von Abt Johannes

Inkarnation, Fleisch-Werdung, nennt man nach einer Wendung des Johannesevangeliums die Geburt Christi, die wir zu Weihnachten feiern: »Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.«

Ein Fest zu feiern heißt nie ausschließlich in die Vergangenheit zu blicken. Gewiss, wichtige Ereignisse bestimmen unser Wissen um uns selbst und oft genug auch unser Leben heute. Zu einem Fest macht diesen Blick in die Geschichte, wenn man erkennt, dass das Gefeierte auch Zukunft hat, dass es relevant ist für Planungen, Erwartungen – kurz, dass das historische Ereignis »lebt«.

Dann könnte man sagen: Das Wort Gottes (der »Logos«) ist Mensch, auch heute, und wohnt in unseren Städten und Häusern, ist also Gegenwart und fordert uns heraus, auch wirklich mit ihm zu leben.

Wenn nun jemand sagt: Ich erkenne es nicht, dieses Wort, sein Gesicht ist mir unbekannt (oder vielleicht fremd geworden), dann könnte man mit dem Unbekannten und Fremden in unserer Umgebung beginnen und nachforschen, ob nicht gerade ein solcher Mensch uns zeigt, wie die Inkarnation des Logos in die Zukunft weist und erkennen lässt: Hier inkarniert sich auch dein Glauben, erhält Fleisch und Geschmack, wird von der Theorie zur Praxis.

Es könnte sein, dass unsere vielleicht schon etwas in die Jahre gekommene Art zu feiern die Würze erhält, die es zum wirklichen Fest machen, an dem man vor Freude tanzt und springt. Denn wir haben erkannt, dass Jesus Christus sich nicht nur als Nachbildung eines Neugeborenen in unseren Krippendarstellungen findet, sondern mit Fleisch und Blut in unserer Nachbarschaft, um auch uns zu retten.

Christus, der Retter, ist da.

Abt Johannes Jung OSB

Geistlicher Impuls von Abt Johannes

In den letzten Tagen haben wir aus dem Kreis der „Schottenfamilie“ viele Todesnachrichten erfahren: Ältere, lebenssatte Menschen; solche, die lange mit einer Krankheit gekämpft hatten; unerwartet und plötzlich Verstorbene. Unter ihnen sind Alleinstehende und Menschen mit einer stattlichen Zahl von Enkeln und Urenkeln, Jüngere aber auch, um die noch kleine Kinder weinen und ihre Ehepartner, denen es nicht vergönnt war, gemeinsam mit dem geliebten Menschen ein „seliges Alter“ zu erreichen.

Die Angehörigen und wir, die wir Anteil nehmen, werden in die Szene hineingestellt, die das elfte Kapitel des Johannesevangeliums zeichnet: Marta beklagt den Tod ihres Bruders Lazarus gegenüber Jesus: „Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben.“ Ein wenig Vorwurf liegt in diesem Satz. Jesu Antwort in diesem Dialog ist wichtig. Nach der Zusicherung, Lazarus werde auferstehen, lesen wir eines der „Ich-bin-Worte“ des Johannesevangeliums, in denen der Glaube der Gemeinde zum Ausdruck kommt, für die es geschrieben wurde: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben“ (Joh 11,25).

Jesus fügt an: „Glaubst du das?“ Und so fragt er nicht nur Marta, sondern alle, denen ein geliebter, vertrauter Mensch fehlt. Marta aber hilft uns bei der Antwort: „Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.“

In diesem Glauben können wir einander Trost spenden.

Abt Johannes Jung OSB

Geistlicher Impuls von Abt Johannes

Benediktiner versprechen in ihrer Profess, der Feier der Eingliederung in die Klostergemeinschaft neben ihrer Bereitschaft zur klösterlichen Lebensführung und dem Gehorsam auch die „stabilitas“, was man mit „Bleiben“ übersetzen könnte.

In einer Zeit, die den Menschen immer mehr Mobilität abverlangt – etwa bei der Suche nach einem Arbeitsplatz –, ist das Bleiben vielleicht eher ein Dürfen als ein Müssen.
Doch ist damit nicht nur das (lebenslange) Verharren an einem Ort, dem Kloster, gemeint: es gibt zwei weitere Dimensionen. Zunächst geht es um die Person, die ein solches Versprechen ablegt. Ohne dass geleugnet würde, dass sich da im Lauf eines Lebens noch Veränderungen, Entwicklungen einstellen – etwa sich verschiebende Interessen, wachsende religiöse oder gesellschaftliche Ein- bzw. Ansichten –, bedeutet das Versprechen der Beständigkeit doch auch, dass der Mönch zu einem Punkt gefunden hat, an dem er sagen kann: Das bin ich! Und in dieser „Gefestigtheit“ kann ich mir erlauben, mich einzubringen in eine Gemeinschaft und sie mitzutragen. Sicher werde ich mich in Hinkunft noch ändern, aber dieser Wandel wird so sein, dass er im Rahmen der Gemeinschaft erfolgen kann, der ich in der Profess die Treue verspreche. Nicht anders ist es übrigens mit der Ehe.

Und wie bei der Ehe baut die Profess darauf, dass der, in dem man bleiben will, treu ist, dass Gott also seine schützende Hand nie zurückzieht, dass wir also auch in ihm bleiben dürfen und können, weil er da ist.
So wird schließlich der äußere Rahmen des Bleibens eines Mönchs, eine bestimmte Klostergemeinde, der Ort, an dem sich die Treue zu sich selbst und zu Gott konkretisieren in einem Leben nach den Regeln dieser Gemeinschaft, die nie Selbstzweck sind, sondern der Gottesbeziehung von gefestigten Charakteren dienen wollen.

Abt Johannes Jung OSB

Kontakt

Tel.: +43 1 534 98
Fax: +43 1 534 98 105
E-Mail: schotten@schottenstift.at

Adresse

Schottenstift
Benediktinerabtei
„Unserer Lieben Frau zu den Schotten“
Freyung 6, 1010 Wien