Willkommen bei den „Schotten“!

Dem Lebensort von Mönchen, die einen Ruf Gottes gehört haben, sich von ihm angesprochen wissen und bereit sind, Christus nachzufolgen. Ihre Ordensregel legt ihnen die Frage vor: „Wer ist der Mensch, der Lust hat am Leben, der Tage sich wünscht, um Gutes zu sehen?“ Ihre Antwort: „Ja, Herr, ich bin es, hier bin ich.“

Das Schottenstift – Kloster im Herzen Wiens.

Im Jahr 1155 vom Babenbergerherzog Heinrich II. Jasomirgott gestiftet, feiert die Benediktinerabtei „Unserer Lieben Frau zu den Schotten“ am 8. Mai 2015 ihr bereits das 860-jährige Jubiläum ihres Bestandes. Auch außerhalb des monastischen Lebens werden von den Mönchen der Abtei zahlreiche Aufgaben übernommen. Dazu zählen die Leitung und der Unterricht am Schottengymnasium samt angeschlossenem Hort, die Begleitung des Schottenkindergartens, die Führung einer Wohngemeinschaft für Studierende wie auch eines Gästehauses und nicht zuletzt die pastorale Arbeit in der Schottenpfarre wie auch einigen anderen Pfarrgemeinden in Wien und Niederösterreich.

Unsere Hauptaufgabe aber ist die Liturgie und die geistliche Präsenz an der Schottenkirche im Zentrum der Stadt. Wir verstehen uns als Kloster im Herzen von Wien und sind durch unsere verschiedenen Aufgaben mit den Freuden und Hoffnungen, den Sorgen und Nöten unserer Stadt verbunden.

Herzlich willkommen im Schottenstift!

 

Die benediktinische „Welt“ in der Schottenabtei

Die benediktinische „Welt“ in der Schottenabtei

Besondere Gäste hatten wir in der ersten Adventwoche. Die Jahrestagung des Vorstands der „Organisation zur gegenseitigen Hilfe Monastischer Gemeinschaften“, kurz nach dem französischen Namen A. I. M., fand hier statt. Neben dem neu gewählten Abtprimas der Benediktinerkonföderation, Gregory Polan – dessen erster Besuch in Österreich somit in unser Kloster führte –, waren die Generaläbte von Zisterziensern und Trappisten, Mauro Lepori und Eamon Fitzgerald, einige Abtpräsides, die Moderatorin der benediktinischen Schwesterngemeinschaften Judith Ann Heble, einige Obere von Männer- und Frauenklöstern,
                                                              insgesamt 22 Personen zu Gast. Lesen Sie hier weiter…

Zeitgenössische Kunst in der Krypta: Das Memorial for the people of the cross

Zeitgenössische Kunst in der Krypta:
Das Memorial for the people of the cross

Am 11. November 2016 wurde in der Krypta der Schottenkirche ein neues Ausstattungsstück dem Publikum übergeben: das Memorial for the people of the cross des zeitgenössischen Künstlers Oswald Putzer. Das Memorial erinnert an 21 koptische Christen, die Anfang des Jahres 2015 von islamistischen Terroristen hingerichtet wurden. Weitere Informationen finden Sie hier.

Neu im Museum: Audioguides in deutscher und englischer Sprache

Neu im Museum: Audioguides in deutscher und englischer Sprache

Ab sofort kann das Museum im Schottenstift mit Audioguides besucht werden. Der Besucher erfährt Wissenswertes über die Geschichte des Schottenstifts und über die Hauptwerke des Museums. Dauer der Führung ca. 1 Stunde.
Für eine Hörprobe klicken Sie hier!
Informationen über Preise finden Sie ganz unten auf dieser Seite.

Geistlicher Impuls von Abt Johannes

II. Im letzten Impuls war vom ersten Schritt der »Geistlichen Lesung« der Mönche die Rede, der eigentlichen »Lectio«. In einer weiteren kurzen Anregung geht es darum, was das Gelesene im Leser auslöst, wie er es für sich weiter fruchtbar macht.

Im Text, den sich der Leser in der lectio erschlossen hat, wird nicht jede Zeile gleich intensiv erfahren werden; was besonders aufgefallen ist, vielleicht ein Satz nur oder eine Wendung, kann nun vertieft werden. Das Meditieren ist zunächst ein technischer Vorgang und meint das häufige Wiederholen dieser Wendung, ein „Murmeln“ (so die wörtliche Übersetzung des entsprechenden hebräischen Wortes), man lernt den Text auswendig, wiederholt ihn, lässt ihn also von „außen“ nach „innen“, in die Mitte dringen, macht ihn zu seinem eigenen Text. Geistlich gesprochen, erlaubt man dem Wort Gottes und damit ihm selbst, das Innere des Menschen zu erfüllen, gewissermaßen Wohnung zu nehmen in sich selbst, sich „einzurichten“ im Menschenhaus.

Neben dieser sehr alten Methode zur Meditation haben Anregungen aus dem Bereich des Zen-Buddhismus unter anderem dazu geführt, den Vorgang des Meditierens durch Körperhaltung und Atmung zu unterstützen; vereinfacht gesagt, die Aufnahme des äußerlichen Impulses (Wort, Musik, Bild, Gegenstand u.s.w.) durch ein innerliches „Leer-Werden“ zu unterstützen. Dabei befindet man sich in einer entspannten Haltung, achtet vor allem auf das Ausatmen und öffnet sich dem Neuen. Man könnte auch bar jeden „Gegenstandes“ meditieren; dann richtet sich die Aufmerksamkeit unter anderem auf die Wahrnehmung des eigenen Körpers oder einer bestimmten Befindlichkeit, die sonst unbewusst wirkt.

Natürlich braucht dieser Vorgang seine Zeit und lässt sich nicht in wenigen Minuten erledigen. Wer nach etwa einer halben Stunde des Meditierens wieder „auftaucht“, erfährt sich zumeist tief beschenkt ­– im Fall der geistlichen Lesung durch das Wort, das er verinnerlicht hat.

 

Abt Johannes Jung OSB

 

Geistlicher Impuls von Abt Johannes

Inkarnation, Fleisch-Werdung, nennt man nach einer Wendung des Johannesevangeliums die Geburt Christi, die wir zu Weihnachten feiern: »Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.«

Ein Fest zu feiern heißt nie ausschließlich in die Vergangenheit zu blicken. Gewiss, wichtige Ereignisse bestimmen unser Wissen um uns selbst und oft genug auch unser Leben heute. Zu einem Fest macht diesen Blick in die Geschichte, wenn man erkennt, dass das Gefeierte auch Zukunft hat, dass es relevant ist für Planungen, Erwartungen – kurz, dass das historische Ereignis »lebt«.

Dann könnte man sagen: Das Wort Gottes (der »Logos«) ist Mensch, auch heute, und wohnt in unseren Städten und Häusern, ist also Gegenwart und fordert uns heraus, auch wirklich mit ihm zu leben.

Wenn nun jemand sagt: Ich erkenne es nicht, dieses Wort, sein Gesicht ist mir unbekannt (oder vielleicht fremd geworden), dann könnte man mit dem Unbekannten und Fremden in unserer Umgebung beginnen und nachforschen, ob nicht gerade ein solcher Mensch uns zeigt, wie die Inkarnation des Logos in die Zukunft weist und erkennen lässt: Hier inkarniert sich auch dein Glauben, erhält Fleisch und Geschmack, wird von der Theorie zur Praxis.

Es könnte sein, dass unsere vielleicht schon etwas in die Jahre gekommene Art zu feiern die Würze erhält, die es zum wirklichen Fest machen, an dem man vor Freude tanzt und springt. Denn wir haben erkannt, dass Jesus Christus sich nicht nur als Nachbildung eines Neugeborenen in unseren Krippendarstellungen findet, sondern mit Fleisch und Blut in unserer Nachbarschaft, um auch uns zu retten.

Christus, der Retter, ist da.

Abt Johannes Jung OSB

Geistlicher Impuls von Abt Johannes

In den letzten Tagen haben wir aus dem Kreis der „Schottenfamilie“ viele Todesnachrichten erfahren: Ältere, lebenssatte Menschen; solche, die lange mit einer Krankheit gekämpft hatten; unerwartet und plötzlich Verstorbene. Unter ihnen sind Alleinstehende und Menschen mit einer stattlichen Zahl von Enkeln und Urenkeln, Jüngere aber auch, um die noch kleine Kinder weinen und ihre Ehepartner, denen es nicht vergönnt war, gemeinsam mit dem geliebten Menschen ein „seliges Alter“ zu erreichen.

Die Angehörigen und wir, die wir Anteil nehmen, werden in die Szene hineingestellt, die das elfte Kapitel des Johannesevangeliums zeichnet: Marta beklagt den Tod ihres Bruders Lazarus gegenüber Jesus: „Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben.“ Ein wenig Vorwurf liegt in diesem Satz. Jesu Antwort in diesem Dialog ist wichtig. Nach der Zusicherung, Lazarus werde auferstehen, lesen wir eines der „Ich-bin-Worte“ des Johannesevangeliums, in denen der Glaube der Gemeinde zum Ausdruck kommt, für die es geschrieben wurde: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben“ (Joh 11,25).

Jesus fügt an: „Glaubst du das?“ Und so fragt er nicht nur Marta, sondern alle, denen ein geliebter, vertrauter Mensch fehlt. Marta aber hilft uns bei der Antwort: „Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.“

In diesem Glauben können wir einander Trost spenden.

Abt Johannes Jung OSB

Geistlicher Impuls von Abt Johannes

Benediktiner versprechen in ihrer Profess, der Feier der Eingliederung in die Klostergemeinschaft neben ihrer Bereitschaft zur klösterlichen Lebensführung und dem Gehorsam auch die „stabilitas“, was man mit „Bleiben“ übersetzen könnte.

In einer Zeit, die den Menschen immer mehr Mobilität abverlangt – etwa bei der Suche nach einem Arbeitsplatz –, ist das Bleiben vielleicht eher ein Dürfen als ein Müssen.
Doch ist damit nicht nur das (lebenslange) Verharren an einem Ort, dem Kloster, gemeint: es gibt zwei weitere Dimensionen. Zunächst geht es um die Person, die ein solches Versprechen ablegt. Ohne dass geleugnet würde, dass sich da im Lauf eines Lebens noch Veränderungen, Entwicklungen einstellen – etwa sich verschiebende Interessen, wachsende religiöse oder gesellschaftliche Ein- bzw. Ansichten –, bedeutet das Versprechen der Beständigkeit doch auch, dass der Mönch zu einem Punkt gefunden hat, an dem er sagen kann: Das bin ich! Und in dieser „Gefestigtheit“ kann ich mir erlauben, mich einzubringen in eine Gemeinschaft und sie mitzutragen. Sicher werde ich mich in Hinkunft noch ändern, aber dieser Wandel wird so sein, dass er im Rahmen der Gemeinschaft erfolgen kann, der ich in der Profess die Treue verspreche. Nicht anders ist es übrigens mit der Ehe.

Und wie bei der Ehe baut die Profess darauf, dass der, in dem man bleiben will, treu ist, dass Gott also seine schützende Hand nie zurückzieht, dass wir also auch in ihm bleiben dürfen und können, weil er da ist.
So wird schließlich der äußere Rahmen des Bleibens eines Mönchs, eine bestimmte Klostergemeinde, der Ort, an dem sich die Treue zu sich selbst und zu Gott konkretisieren in einem Leben nach den Regeln dieser Gemeinschaft, die nie Selbstzweck sind, sondern der Gottesbeziehung von gefestigten Charakteren dienen wollen.

Abt Johannes Jung OSB

Kontakt

Tel.: +43 1 534 98
Fax: +43 1 534 98 105
E-Mail: schotten@schottenstift.at

Adresse

Schottenstift
Benediktinerabtei
„Unserer Lieben Frau zu den Schotten“
Freyung 6, 1010 Wien