Willkommen bei den „Schotten“!

Dem Lebensort von Mönchen, die einen Ruf Gottes gehört haben, sich von ihm angesprochen wissen und bereit sind, Christus nachzufolgen. Ihre Ordensregel legt ihnen die Frage vor: „Wer ist der Mensch, der Lust hat am Leben, der Tage sich wünscht, um Gutes zu sehen?“ Ihre Antwort: „Ja, Herr, ich bin es, hier bin ich.“

Das Schottenstift – Kloster im Herzen Wiens.

Im Jahr 1155 vom Babenbergerherzog Heinrich II. Jasomirgott gestiftet, feiert die Benediktinerabtei „Unserer Lieben Frau zu den Schotten“ am 8. Mai 2015 bereits das 860-jährige Jubiläum ihres Bestandes. Auch außerhalb des monastischen Lebens werden von den Mönchen der Abtei zahlreiche Aufgaben übernommen. Dazu zählen die Leitung und der Unterricht am Schottengymnasium samt angeschlossenem Hort, die Begleitung des Schottenkindergartens, die Führung einer Wohngemeinschaft für Studierende wie auch eines Gästehauses und nicht zuletzt die pastorale Arbeit in der Schottenpfarre wie auch einigen anderen Pfarrgemeinden in Wien und Niederösterreich.

Unsere Hauptaufgabe aber ist die Liturgie und die geistliche Präsenz an der Schottenkirche im Zentrum der Stadt. Wir verstehen uns als Kloster im Herzen von Wien und sind durch unsere verschiedenen Aufgaben mit den Freuden und Hoffnungen, den Sorgen und Nöten unserer Stadt verbunden.

Herzlich willkommen im Schottenstift!

 

Ausstellungseröffnung „Strangers to Citizens – Auswanderer werden Mitbürger. Die Iren auf dem europäischen Festland 1600–1800“

Ausstellungseröffnung „Strangers to Citizens – Auswanderer werden Mitbürger. Die Iren auf dem europäischen Festland 1600–1800“

Am 19. Februar 2019, 19.00 Uhr, findet im Prälatensaal, veranstaltet von der Botschaft von Irland, die Eröffnung einer Ausstellung über irische Migranten in der Frühen Neuzeit statt. Die Historikerin Dr. Dagmar Ó Riain-Raedel (Cork) wird einen Vortrag zum Thema halten. Nähere Informationen über die Ausstellung, die bis 8. Juni 2019 im Museum im Schottenstift zu sehen sein wird, gibt es hier.

Rekollektionstag 28. Dezember 2018

Rekollektionstag 28. Dezember 2018

Zum ehemaligen Jagdschloss und jetzigen Karmel Mayerling führte der Rekollektionstag nach Weihnachten. Nach der Besichtigung der dortigen Ausstellung ging es nach Alland, wo uns Bürgermeister Ludwig Köck, der als Forstwirt seit Jahren unseren Forstbetrieb berät, die Sehenswürdigkeiten seiner Marktgmeinde zeigte. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

 

Einladung: Gedenkgottesdienst und Enthüllung einer Gedächtnistafel für Dr. Günther Fischer am 9. November

Einladung: Gedenkgottesdienst und Enthüllung einer Gedächtnistafel für Dr. Günther Fischer am 9. November

Dr. Günther Fischer, jüdischer Herkunft und getauft, war in den 20er Jahren Schüler des Schottengymnasiums, 1943 wurde er im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Am 9. November um 18:00 Uhr findet in der Schottenkirche ein Gedenkgottesdienst für ihn statt, danach wird eine Gedächtnistafel im Gymnasium enthüllt. Wir laden Sie herzlich ein dabei zu sein! Für mehr Informationen klicken Sie hier.

Bis März 2019 ausgestellt: die Kasel des P. Beda

Bis März 2019 ausgestellt: die Kasel des P. Beda

Es ist erstaunlich schwierig, Eintragungen alter Inventare auf existierende Paramente zu beziehen. Die Beschreibungen sind dafür meist zu allgemein. Unlängst gelang eine derartige Identifikation im Schottenstift. Klicken sie hier, um mehr über diesen Fund zu erfahren.

Aufstecken des Turmkreuzes

Aufstecken des Turmkreuzes

Nach Monaten der Vakanz ist der Turm der Schottenkirche seit dem 13. September 2018 wieder mit seinem Kreuz bekrönt. Klicken Sie hier für einen Bericht über dieses nicht alltägliche Projekt.

Geistlicher Impuls von Abt Johannes

 

Klöster sind, neben vielem anderen, auch Wirtschaftsbetriebe. So gehören zum Alltag des Abtes und der Brüder auch der Umgang mit Zahlen in Jahresplanung und Bilanz, der Blick auf die einzelnen Betriebe und die Sorge darum, dass die Aufgaben des Klosters durch die Erträgnisse finanziell abgedeckt, Gehälter bezahlt und Investitionen durchgeführt werden können, ohne das Stiftungsgut substanziell zu belasten. Aus den Kirchenbeiträgen erhalten wir keinerlei Zahlungen, sodass viel von der sorgfältigen Wirtschaftsführung abhängt.

Es ist Eigentum der Kirche, das wir auf diese Weise seit Jahrhunderten verwalten, als Treuhänder gewissermaßen, weshalb es neben den staatlichen Vorschriften (Zivil-, Arbeits- Unternehmens-, Steuerrecht) auch kirchliche Richtlinien gibt, wie das Vermögen von Ordenseinrichtungen zu verwalten ist.

Mit Ausnahme relativ kleiner Beträge, die vom Abt bzw. seinem Rat freigegeben werden können, braucht es zur Gültigkeit eines Rechtsgeschäfts die Zustimmung aller Brüder mit ewiger Profess in einem korrekten „Kapitelbeschluss“. Dieser kommt nur zustande, wenn die nötigen Informationen vorliegen, die in einer Ordensgemeinschaft auch immer an der Grundausrichtung des Ordens, dem „Charisma“, und an seinem kirchlichen Charakter gemessen werden. Der Wirtschaftsführer (Ökonom) ist gehalten, sich nach diesen Vorgaben zu richten.

Die Prüfung der Wirtschaftsgebarung erfolgt einerseits durch die zivilen Behörden (Steuerberatungsinstitut, Finanzamt), anderseits in unserem Fall durch die Österreichische Benediktinerkongregation, der jährlich zu berichten ist. So soll einerseits verhindert werden, dass ein Kloster in „finanzielle Schieflage“ gerät, anderseits auch der stiftungsgemäße Umgang mit dem Vermögen sichergestellt wird. Diese Kontrollen und der Umstand, dass es keine „Einzelbeschlüsse“ (also das Handeln einer einzigen Person) gibt, ermöglicht es auch unserem Kloster, seinen Besitz ökonomisch sinnvoll, aber auch gemäß den Vorgaben des Evangeliums zu verwalten.

So gehorcht die Klosterökonomie den Gesetzen „dieser Welt“, verliert dabei aber nicht die Suche nach dem „Ewigen“, „Bleibenden“ nicht aus dem Blick. Bei einiger Sorgfalt müsste dies gelingen.

 

 

Abt Johannes Jung OSB

 

Geistlicher Impuls von Abt Johannes

Inkarnation, Fleisch-Werdung, nennt man nach einer Wendung des Johannesevangeliums die Geburt Christi, die wir zu Weihnachten feiern: »Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.«

Ein Fest zu feiern heißt nie ausschließlich in die Vergangenheit zu blicken. Gewiss, wichtige Ereignisse bestimmen unser Wissen um uns selbst und oft genug auch unser Leben heute. Zu einem Fest macht diesen Blick in die Geschichte, wenn man erkennt, dass das Gefeierte auch Zukunft hat, dass es relevant ist für Planungen, Erwartungen – kurz, dass das historische Ereignis »lebt«.

Dann könnte man sagen: Das Wort Gottes (der »Logos«) ist Mensch, auch heute, und wohnt in unseren Städten und Häusern, ist also Gegenwart und fordert uns heraus, auch wirklich mit ihm zu leben.

Wenn nun jemand sagt: Ich erkenne es nicht, dieses Wort, sein Gesicht ist mir unbekannt (oder vielleicht fremd geworden), dann könnte man mit dem Unbekannten und Fremden in unserer Umgebung beginnen und nachforschen, ob nicht gerade ein solcher Mensch uns zeigt, wie die Inkarnation des Logos in die Zukunft weist und erkennen lässt: Hier inkarniert sich auch dein Glauben, erhält Fleisch und Geschmack, wird von der Theorie zur Praxis.

Es könnte sein, dass unsere vielleicht schon etwas in die Jahre gekommene Art zu feiern die Würze erhält, die es zum wirklichen Fest machen, an dem man vor Freude tanzt und springt. Denn wir haben erkannt, dass Jesus Christus sich nicht nur als Nachbildung eines Neugeborenen in unseren Krippendarstellungen findet, sondern mit Fleisch und Blut in unserer Nachbarschaft, um auch uns zu retten.

Christus, der Retter, ist da.

Abt Johannes Jung OSB

Geistlicher Impuls von Abt Johannes

In der Geschichte unseres Klosters ist 1418 ein entscheidendes Jahr: Die iroschottischen Mönche, denen Herzog Heinrich II. im Jahr 1155 das Schottenkloster zugedacht hatte, hatten segensreich in der Stadt Wien gewirkt, doch ging ihre Zahl mehr und mehr zurück, sodass Herzog Leopold VI. verfügte, es müssten auch deutschsprachige Mönche im Haus auf der Freyung aufgenommen werden. Mit diesem Gedanken konnten sich die Iroschotten jedoch nicht anfreunden und kehrten samt und sonders in das Gründungskloster Regensburg zurück.

Sofort wurde die Abtei aber wieder besiedelt und besteht seitdem ohne Unterbrechung als deutschsprachiges Benediktinerkloster. Der Name „Schotten“ war aber bereits so geläufig, dass er beibehalten wurde. So steigen tausende Wiener am Verkehrsknotenpunkt „Schottentor“ oder in der U-Bahn-Station „Schottenring“ aus Straßenbahn und Untergrundbahn und gehen über die „Schottengasse“ an der „Schottenkirche“ vorbei oder über den „Schottenhof“ ins „Schottengymnasium“. Vielleicht wohnen sie im Grätzel „Schottenfeld“ in der Vorstadt oder gehen im „Schottenwald“ im Westen Wiens spazieren. Und im Kloster leben die Schottenmönche nach der Regel des heiligen Benedikt im Dienst der Menschen in der Stadt Wien. Seit 600 Jahren sprechen sie Deutsch. Damit erreichen sie hoffentlich die Herzen der Menschen, die ihnen begegnen – und sie sind unendlich dankbar, dass sie in dieser schönen Stadt Heimat gefunden haben.

 

Abt Johannes Jung OSB

Geistlicher Impuls von Abt Johannes

Über 250 erwachsene Taufbewerber gibt es heuer in der Wiener Diözese. Sie haben am Donnerstag nach Aschermittwoch vom Erzbischof die Zulassung zur Taufe erhalten; die meisten von ihnen werden das Sakrament in der Osternacht in ihren Pfarrgemeinden empfangen. Auch in der Schottenkirche wird eine junge Frau getauft und gefirmt werden. Gemeinsam ist den Bewerberinnen und Bewerbern, dass sie irgendwann auf einen Menschen getroffen sind, der ihnen überzeugend von der Schönheit des christlichen Glaubens erzählen konnte. So haben auch sie sich entschlossen, sich auf diesen Weg zu begeben.

In den Gottesdiensten der Fastenzeit werden die Gemeinden immer wieder eingeladen werden, für die Katechumenen zu beten und vor allem die letzten Tage vor der Taufe durch ihr Fasten zu begleiten. Dazu möchte ich auch hier einladen: dass wir den Menschen, die Christen werden wollen, ein Beispiel des Glaubens geben, das sie stärkt und den Tag ihrer Taufe mit großer Freude erwarten lässt.

 

Abt Johannes Jung OSB

Kontakt

Tel.: +43 1 534 98
Fax: +43 1 534 98 105
E-Mail: schotten@schottenstift.at

Adresse

Schottenstift
Benediktinerabtei
„Unserer Lieben Frau zu den Schotten“
Freyung 6, 1010 Wien

Schottenstift