Willkommen bei den „Schotten“!

Dem Lebensort von Mönchen, die einen Ruf Gottes gehört haben, sich von ihm angesprochen wissen und bereit sind, Christus nachzufolgen. Ihre Ordensregel legt ihnen die Frage vor: „Wer ist der Mensch, der Lust hat am Leben, der Tage sich wünscht, um Gutes zu sehen?“ Ihre Antwort: „Ja, Herr, ich bin es, hier bin ich.“

Das Schottenstift – Kloster im Herzen Wiens.

Im Jahr 1155 vom Babenbergerherzog Heinrich II. Jasomirgott gestiftet, feiert die Benediktinerabtei „Unserer Lieben Frau zu den Schotten“ am 8. Mai 2015 ihr bereits das 860-jährige Jubiläum ihres Bestandes. Auch außerhalb des monastischen Lebens werden von den Mönchen der Abtei zahlreiche Aufgaben übernommen. Dazu zählen die Leitung und der Unterricht am Schottengymnasium samt angeschlossenem Hort, die Begleitung des Schottenkindergartens, die Führung einer Wohngemeinschaft für Studierende wie auch eines Gästehauses und nicht zuletzt die pastorale Arbeit in der Schottenpfarre wie auch einigen anderen Pfarrgemeinden in Wien und Niederösterreich.

Unsere Hauptaufgabe aber ist die Liturgie und die geistliche Präsenz an der Schottenkirche im Zentrum der Stadt. Wir verstehen uns als Kloster im Herzen von Wien und sind durch unsere verschiedenen Aufgaben mit den Freuden und Hoffnungen, den Sorgen und Nöten unserer Stadt verbunden.

Herzlich willkommen im Schottenstift!

 

Einladung zum GEGENKLANG Konzert am 25. April

Einladung zum GEGENKLANG Konzert am 25. April

Am 25. April 2017 (20.30 Uhr) findet in der Schottenkirche wieder ein Konzert aus der Konzertreihe GEGENKLANG statt: Monika Henking an der Orgel – zu hören sind Werke von Johann Sebastian Bach, Franz N. Rechsteiner und Anton Heiller. Eintritt frei, Spenden erbeten. Mehr Informationen finden Sie hier.

 

Fotoausstellung „Kreuzweg“ in der Aula des Schottenstifts

Fotoausstellung „Kreuzweg“ in der Aula des Schottenstifts

In wenigen Tagen feiern wir das Osterfest – ein zentrales Thema dabei ist der Kreuzweg, der uns die Möglichkeit gibt den Leidensweg Jesu mitzugehen. Versinnbildlicht und neu interpretiert hat dies Pater Christoph Merth mit seiner bereits 2008 aufgenommenen Fotoserie „Kreuzweg mit Schuhen“, die vom Palmsonntag (9.4.) bis zum „Weißen Sonntag“ (23.4.), dem Sonntag nach Ostern, in der Aula des Schottenstifts zu sehen ist. Das Besondere an diesem Kreuzweg sind nicht nur die Schuhe, sondern auch die zusätzliche 15. Station. Gedanken von Pater Christoph Merth zur Fotoserie finden Sie in diesem Artikel.

Zeitgenössische Kunst in der Krypta: Das Memorial for the people of the cross

Zeitgenössische Kunst in der Krypta:
Das Memorial for the people of the cross

Am 11. November 2016 wurde in der Krypta der Schottenkirche ein neues Ausstattungsstück dem Publikum übergeben: das Memorial for the people of the cross des zeitgenössischen Künstlers Oswald Putzer. Das Memorial erinnert an 21 koptische Christen, die Anfang des Jahres 2015 von islamistischen Terroristen hingerichtet wurden. Weitere Informationen finden Sie hier.

Geistlicher Impuls von Abt Johannes

Auf einer Website, die sich mit Fragen der Ernährung befasst, habe ich folgende Wertung der kirchlichen Fastenzeit gefunden: „Die katholische Fastenzeit ist ein ganzheitlicher Ansatz für ein bewussteres Leben, der insbesondere auch eine bewusstere Ernährung mit einschließt. Sie kann individuell gestaltet werden. Wenn sie auch generell als Einstieg (oder regelmäßige Verfestigung) in ein ‚umgestelltes’ Leben dient, ist sie uneingeschränkt empfehlenswert – auch für Menschen, die nicht (katholisch) gläubig sind.“ 

„Einstieg in ein umgestelltes Leben“: das ist die Einladung des Osterfestes an alle, die die christliche Botschaft von der Ohnmacht des Todes hören. Tatsächlich ist das Leben seit der Auferstehung Christi „umgestellt“, hat eine neue Ausrichtung, deren Perspektive nicht vom Tod bestimmt wird, sondern von der Option Gottes für den Menschen: Lebe! In den Wochen der Fastenzeit könnte uns nun wirklich aufgegangen sein, was dieses Leben einschränkt: falsche Gewichtungen, Abhängigkeiten, Egoismus. Wenn wir die Osterbotschaft als Befreiung verstehen können, hängt dies auch damit zusammen, dass wir leibhaft erfahren haben, wie gut es tut, Dinge, Gewohntheiten wegzulassen, die den Blick auf erfülltes Leben verstellen.

Das „Katholische“ darin ist, dass wir die alles nicht nur als eigene Leistung, als „Lebenssport“ erbringen müssen, sondern annehmen dürfen als Geschenk Gottes, der mit der Frage: „Wer ist der Mensch, der Lust hat am Leben?“ (Psalm 34) uns meint und uns einlädt Jesus nachzufolgen im Leben, aber dann eben auch im Tod, der seine vernichtende Kraft eingebüßt hat und nicht viel mehr ist als eine weitere „Umstellung“ des Lebens.

 

 

Abt Johannes Jung OSB

 

Geistlicher Impuls von Abt Johannes

Inkarnation, Fleisch-Werdung, nennt man nach einer Wendung des Johannesevangeliums die Geburt Christi, die wir zu Weihnachten feiern: »Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.«

Ein Fest zu feiern heißt nie ausschließlich in die Vergangenheit zu blicken. Gewiss, wichtige Ereignisse bestimmen unser Wissen um uns selbst und oft genug auch unser Leben heute. Zu einem Fest macht diesen Blick in die Geschichte, wenn man erkennt, dass das Gefeierte auch Zukunft hat, dass es relevant ist für Planungen, Erwartungen – kurz, dass das historische Ereignis »lebt«.

Dann könnte man sagen: Das Wort Gottes (der »Logos«) ist Mensch, auch heute, und wohnt in unseren Städten und Häusern, ist also Gegenwart und fordert uns heraus, auch wirklich mit ihm zu leben.

Wenn nun jemand sagt: Ich erkenne es nicht, dieses Wort, sein Gesicht ist mir unbekannt (oder vielleicht fremd geworden), dann könnte man mit dem Unbekannten und Fremden in unserer Umgebung beginnen und nachforschen, ob nicht gerade ein solcher Mensch uns zeigt, wie die Inkarnation des Logos in die Zukunft weist und erkennen lässt: Hier inkarniert sich auch dein Glauben, erhält Fleisch und Geschmack, wird von der Theorie zur Praxis.

Es könnte sein, dass unsere vielleicht schon etwas in die Jahre gekommene Art zu feiern die Würze erhält, die es zum wirklichen Fest machen, an dem man vor Freude tanzt und springt. Denn wir haben erkannt, dass Jesus Christus sich nicht nur als Nachbildung eines Neugeborenen in unseren Krippendarstellungen findet, sondern mit Fleisch und Blut in unserer Nachbarschaft, um auch uns zu retten.

Christus, der Retter, ist da.

Abt Johannes Jung OSB

Geistlicher Impuls von Abt Johannes

In den letzten Tagen haben wir aus dem Kreis der „Schottenfamilie“ viele Todesnachrichten erfahren: Ältere, lebenssatte Menschen; solche, die lange mit einer Krankheit gekämpft hatten; unerwartet und plötzlich Verstorbene. Unter ihnen sind Alleinstehende und Menschen mit einer stattlichen Zahl von Enkeln und Urenkeln, Jüngere aber auch, um die noch kleine Kinder weinen und ihre Ehepartner, denen es nicht vergönnt war, gemeinsam mit dem geliebten Menschen ein „seliges Alter“ zu erreichen.

Die Angehörigen und wir, die wir Anteil nehmen, werden in die Szene hineingestellt, die das elfte Kapitel des Johannesevangeliums zeichnet: Marta beklagt den Tod ihres Bruders Lazarus gegenüber Jesus: „Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben.“ Ein wenig Vorwurf liegt in diesem Satz. Jesu Antwort in diesem Dialog ist wichtig. Nach der Zusicherung, Lazarus werde auferstehen, lesen wir eines der „Ich-bin-Worte“ des Johannesevangeliums, in denen der Glaube der Gemeinde zum Ausdruck kommt, für die es geschrieben wurde: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben“ (Joh 11,25).

Jesus fügt an: „Glaubst du das?“ Und so fragt er nicht nur Marta, sondern alle, denen ein geliebter, vertrauter Mensch fehlt. Marta aber hilft uns bei der Antwort: „Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.“

In diesem Glauben können wir einander Trost spenden.

Abt Johannes Jung OSB

Geistlicher Impuls von Abt Johannes

Über 250 erwachsene Taufbewerber gibt es heuer in der Wiener Diözese. Sie haben am Donnerstag nach Aschermittwoch vom Erzbischof die Zulassung zur Taufe erhalten; die meisten von ihnen werden das Sakrament in der Osternacht in ihren Pfarrgemeinden empfangen. Auch in der Schottenkirche wird eine junge Frau getauft und gefirmt werden. Gemeinsam ist den Bewerberinnen und Bewerbern, dass sie irgendwann auf einen Menschen getroffen sind, der ihnen überzeugend von der Schönheit des christlichen Glaubens erzählen konnte. So haben auch sie sich entschlossen, sich auf diesen Weg zu begeben.

In den Gottesdiensten der Fastenzeit werden die Gemeinden immer wieder eingeladen werden, für die Katechumenen zu beten und vor allem die letzten Tage vor der Taufe durch ihr Fasten zu begleiten. Dazu möchte ich auch hier einladen: dass wir den Menschen, die Christen werden wollen, ein Beispiel des Glaubens geben, das sie stärkt und den Tag ihrer Taufe mit großer Freude erwarten lässt.

 

Abt Johannes Jung OSB

Kontakt

Tel.: +43 1 534 98
Fax: +43 1 534 98 105
E-Mail: schotten@schottenstift.at

Adresse

Schottenstift
Benediktinerabtei
„Unserer Lieben Frau zu den Schotten“
Freyung 6, 1010 Wien