Die Zahl der Brüder, die heuer am 19. August zu den Jahresexerzitien aufbrachen, war zwar geringer als früher infolge von Krankheiten und der Last des vorgeschrittenen Alters; die Gastfreundschaft der Benediktiner von St. Lambrecht war jedoch wie gewohnt großzügig und herzlich. Abt Urban von Einsiedeln, der uns in diesen Tagen begleitete, lud uns ein, in Ehrlichkeit unser Mönchsein zu betrachten, die Enttäuschungen und Verwundungen nicht auszusparen, diesen Rückblick aber nicht zu einem „Dauerzustand“ zu machen, sondern sich von Gott bewegen zu lassen, was ein Merkmal wirklich geistlichen Lebens sei. Benediktinische Stabilität habe nichts mit Erstarrung zu tun. Diener der Wahrheit zu sein bedeute nicht, das Gute in der Vergangenheit zu sehen, und erst recht nicht in der Gegenwart nur Schlechtes und Angst Machendes.

Zeiten des Schweigens und der Geselligkeit, der gemeinsamen Liturgie und des privaten Meditierens und Betens wechselten sich ab in diesen Tagen. Gott gebe, dass ihre Früchte wachsen und reifen!

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