Auf einer Website, die sich mit Fragen der Ernährung befasst, habe ich folgende Wertung der kirchlichen Fastenzeit gefunden: „Die katholische Fastenzeit ist ein ganzheitlicher Ansatz für ein bewussteres Leben, der insbesondere auch eine bewusstere Ernährung mit einschließt. Sie kann individuell gestaltet werden. Wenn sie auch generell als Einstieg (oder regelmäßige Verfestigung) in ein ‚umgestelltes’ Leben dient, ist sie uneingeschränkt empfehlenswert – auch für Menschen, die nicht (katholisch) gläubig sind.“

„Einstieg in ein umgestelltes Leben“: das ist die Einladung des Osterfestes an alle, die die christliche Botschaft von der Ohnmacht des Todes hören. Tatsächlich ist das Leben seit der Auferstehung Christi „umgestellt“, hat eine neue Ausrichtung, deren Perspektive nicht vom Tod bestimmt wird, sondern von der Option Gottes für den Menschen: Lebe! In den Wochen der Fastenzeit könnte uns nun wirklich aufgegangen sein, was dieses Leben einschränkt: falsche Gewichtungen, Abhängigkeiten, Egoismus. Wenn wir die Osterbotschaft als Befreiung verstehen können, hängt dies auch damit zusammen, dass wir leibhaft erfahren haben, wie gut es tut, Dinge, Gewohntheiten wegzulassen, die den Blick auf erfülltes Leben verstellen.

Das „Katholische“ darin ist, dass wir die alles nicht nur als eigene Leistung, als „Lebenssport“ erbringen müssen, sondern annehmen dürfen als Geschenk Gottes, der mit der Frage: „Wer ist der Mensch, der Lust hat am Leben?“ (Psalm 34) uns meint und uns einlädt Jesus nachzufolgen im Leben, aber dann eben auch im Tod, der seine vernichtende Kraft eingebüßt hat und nicht viel mehr ist als eine weitere „Umstellung“ des Lebens.