Willkommen bei den „Schotten“!

Dem Lebensort von Mönchen, die einen Ruf Gottes gehört haben, sich von ihm angesprochen wissen und bereit sind, Christus nachzufolgen. Ihre Ordensregel legt ihnen die Frage vor: „Wer ist der Mensch, der Lust hat am Leben, der Tage sich wünscht, um Gutes zu sehen?“ Ihre Antwort: „Ja, Herr, ich bin es, hier bin ich.“

Restaurierung des Grabdenkmals des Ludwig Andreas Grafen Khevenhüller

Im Frühjahr 2017 wurde in der Schottenkirche das Grabdenkmal des Ludwig Andreas Grafen Khevenhüller restauriert. Ludwig Andreas Graf Khevenhüller ist neben dem Grafen Starhemberg der zweite bedeutende Militär, der in der Schottenkirche begraben ist. 1683 geboren, begann er seine Laufbahn unter dem Prinzen Eugen. Auf Empfehlung des Savoyarden wurde er österreichischer Feldmarschall, als welcher er u. a. im österreichischen Erbfolgekrieg bedeutende Erfolge erzielte.

Nach dem unerwarteten Tod des Grafen am 26. Jänner 1744 wurden seine sterblichen Überreste in der Krypta der Schottenkirche beigesetzt. In der Kirche errichtete man ihm ein Grabdenkmal. Ein Fund im Archiv des Schottenstifts konnte jüngst nachweisen, dass das Denkmal im Auftrag des späteren Hofkriegsratspräsidenten Leopold Graf Daun errichtet wurde. Autor des Denkmals war der Bildhauer Jakob Christoph Schletterer.

Das Grabmal charakterisiert Khevenhüller als Feldherren und Strategen. Zuoberst ist die Porträtbüste des Grafen dargestellt, flankiert von einem Globus, einer Armillarsphäre (d. i. ein astronomisches Modell) und allerlei Messgerät. In der mittleren Zone des Grabmals sind Waffen und Trophäen zu einem martialischen Stillleben geordnet. Zuunterst eine lange Inschrift mit einer poetischen Biographie des Verstorbenen.

Das Grabmal befand sich vor der Restaurierung in einem zerrütteten Zustand, der wahrscheinlich auf Erschütterungen durch Bombeneinschläge im Zweiten Weltkrieg zurückzuführen war. Besonders stark betroffen war der Bereich der Trophäen. Hier konnten Teile der Originalausstattung wieder an ihren Platz gesetzt werden, nämlich die archaisch anmutende Keule und eine der beiden Kanonen. Beide Objekte waren vor einigen Jahren als Bruchstücke in einer Kiste gefunden worden. Sie wurden wieder zusammengesetzt und am Grabmal montiert.

Der Köcher mit den Pfeilen, die kugelförmige Granate und einige Details wurden nach einer Graphik aus dem Jahre 1877 rekonstruiert. Die Rekonstruktionen wurden materialgerecht in Alabaster ausgeführt. Ergänzungen in Gips wären billiger, aber auch weniger nachhaltig gewesen.

Die Maßnahmen haben das Grabmal nicht wenig verändert. Hatte die Komposition früher auf der linken Seite empfindliche Lücken, so ist sie nun wieder ausgewogen und geschlossen. Die Reinigung hat auch die Schönheit der Materialien wieder zur Geltung gebracht.

Die Umsetzung des Projekts verdankt sich der großzügigen Hilfe zahlreicher Sponsoren (eine tabula benefactorum finden Sie hier). Zu den Wohltätern zählen die Offiziersgesellschaft Wien, die Familie Khevenhüller-Metsch und viele Alt-Schotten. Ihnen allen gebührt der Dank der Schottenmönche und der vielen Menschen, die der Schottenkirche verbunden sind!

Die Fertigstellung des Projekts wurde am 9. September gebührend gefeiert. Die Feier war gleichzeitig der Abschluss des diesjährigen Graf-Starhemberg-Marsches – eines sportlich ambitionierten Fußmarsches von 40 Kilometern zur Erinnerung an Ernst Rüdiger Graf Starhemberg. Die meisten Teilnehmer dieses Marsches sind Angehörige des Österreichischen Bundesheeres. Ehrengäste der Feier waren der Stadtkommandant von Wien, Brigadier Mag. Kurt Wagner, sowie Franz Christoph Graf Khevenhüller-Metsch. Der Abend endete in der Aula des Klosters, wo die müden Marschteilnehmer die verdiente Erquickung fanden.

P. Augustinus Zeman

 

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