Diese Zeilen würden nicht rechtzeitig zum Adventbeginn erscheinen, hätte mich nicht eine Mitarbeiterin beständig daran erinnert, dass es Zeit wäre, endlich einen Text abzuliefern. So war es auch ausgemacht und dafür bin ich dankbar.

Es hat mich an eine Begebenheit erinnert, die ich erlebte, als ich Mitglied einer Arbeitsgruppe war: Wir warteten schon ungeduldig auf den Beitrag eines weiteren Mitglieds, und da hieß es: „Der ist wohl auch so ein deadline-junkie.“ Der Begriff, der für mich neu war, hat mich sehr erheitert.

Es gibt solche Menschen, die einen gewissen Druck brauchen, um etwas zuwege zu bringen. Ein gesetzter Termin kann da schon auch helfen, wodurch ich flugs auch beim Advent bin. Auch hier geht es um ein bevorstehendes Ereignis, dessen Datum bestens bekannt ist und lange feststeht. Und doch ist es so, dass nicht wenige sich Zeit lassen mit den nötigen Vorbereitungen, wobei ich nicht so sehr an das Beschaffen von Weihnachtsgeschenken denke, sondern daran, was eigentlich auf dem „Programm“ steht: dass die Zeitordnung Gottes in seiner Geschichte mit den und jedem einzelnen Menschen auch ihre „Termine“ hat.

„Jetzt ist die Zeit der Gnade, jetzt sind die Tage des Heiles“, singen wir in der Liturgie der Adventzeit immer wieder. Setzen wir dem „Jetzt“ Gottes recht-zeitig unsere Offenheit für die Begegnung mit ihm in der Gestalt des Christus entgegen – oder sind wir un-zeitig, erwarten eine deadline, mit dem Risiko, zu spät zu kommen wie die Mädchen, die vergessen hatten, für die nächtliche Begegnung mit dem Bräutigam Lampen mit Öl vorzubereiten? Das „Jetzt!“ Gottes müsste durch das „Jetzt!“ des Menschen beantwortet werden können – so wie das „Jetzt aber!“ unserer Mitarbeiterin bewirkt hat, dass Sie diese Zeilen pünktlich lesen können.

So deute ich den Advent auch als die sanfte Einladung Gottes an die deadline-junkies, den „Termin“ ihres Heiles wahrzunehmen.